Lufthansa und Air France/KLM: "Golf-Carrier fügen großen Schaden zu"

01.03.2017 - 17:10 0 Kommentare

Die EU soll eine harte Linie gegenüber den Golf-Carriern fahren - das fordern jetzt Air France-KLM und die Lufthansa Group. Das geht auch gegen Lufthansa-Partner Etihad.

Carsten Spohr, Chef der Lufthansa.  - © © dpa - Paul Zinken

Carsten Spohr, Chef der Lufthansa. © dpa /Paul Zinken

Die Lufthansa Group und Air France-KLM haben von der Europäischen Union eine harte Haltung gegenüber den Golf-Carriern gefordert. "Die unglaublich schnelle parallele Expansion der Golf-Carrier seit mehr als zehn Jahren hat den europäischen Netzwerk-Fluglinien großen Schaden zugefügt", schrieb Lufthansa-Chef Carsten Spohr laut "Handelsblatt" in einem Brief. Letzterer ging an EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc. Auch Air France/KLM habe das Schreiben unterzeichnet, hieß es.

Man dürfe angesichts der Marktverschiebung Richtung Naher Osten nicht untätig bleiben, das wäre kurzsichtig, schrieb Spohr weiter. Denn vorübergehende Vorteile für Verbraucher - wie beispielsweise niedrigere Flugpreise - würden nur so lange angeboten, bis die hiesigen Airlines vom Markt gedrängt würden.

EU arbeitet an entsprechendem Gesetz

Wie bereits bekannt, will die EU-Kommission im Rahmen ihrer Luftfahrtstrategie die europäischen Airlines besser vor der Konkurrenz aus dem Golf schützen. Die Vorbereitungen für ein entsprechendes Gesetz laufen. Die beiden europäischen Luftfahrt-Konzerne fordern von der Kommission genaue Definitionen: Wann liegen Wettbewerbsverstöße vor? Wie stark werden diese bestraft?

© Fotolia.com/airliners.de, iterum Apropos (5): So "bahnbrechend" ist die neue Brüsseler Luftfahrtstrategie wirklich

Vor allem Golfstaaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar wurde in der Vergangenheit immer wieder vorgeworfen, den internationalen Wettbewerb mit Subventionen und staatlichen Unterstützungen für ihre Airlines zu verzerren.

Lufthansa arbeitet mit Golf-Carrier zusammen

Auch die Lufthansa fühlt sich gegenüber Fluggesellschaften wie Emirates und Etihad benachteiligt. Das hat das Unternehmen mehrmals betont. Die kritisierten Gesellschaften wiesen die Vorwürfe jedoch zurück.

Auch die Zusammenarbeit mit der arabischen Etihad ändert nichts an der kritischen Haltung der Lufthansa. "Ich bin aber der Überzeugung, dass man zusammenarbeiten kann, auch wenn man nicht bei allen Dingen einer Meinung ist", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr Anfang Februar. Damals hatten sich beide Airlines auf eine tiefergehende Kooperation geeinigt. Es geht dabei unter anderem um die Bordverpflegung.

© Lufthansa Group, Lesen Sie auch: Lufthansa Group arbeitet noch enger mit Etihad zusammen

Von: ch
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