Lufthansa und Air China arbeiten noch enger zusammen

20.09.2016 - 12:06 0 Kommentare

Es ist besiegelt: Lufthansa und Air China haben jetzt eine engere Kooperation vereinbart. Es ist bereits das dritte Joint-Venture der Lufthansa mit einer Fluggesellschaft aus Asien.

Song Zhiyong, Präsident der Air China (li.), und Lufthansa-Chef Carsten Spohr besiegeln die Partnerschaft. - © © Lufthansa -

Song Zhiyong, Präsident der Air China (li.), und Lufthansa-Chef Carsten Spohr besiegeln die Partnerschaft. © Lufthansa

Lufthansa und Air China haben eine engere Kooperation vereinbart. Beide Fluggesellschaften werden wichtige Verbindungen zwischen Europa und China künftig gemeinsam anbieten. Dafür unterzeichneten Lufthansa-Chef Carsten Spohr und der Air-China-Vorsitzende Cai Jianjiang jetzt in Peking ein weitreichendes Partnerschaftsabkommen. Dieses bezieht auch die beiden Lufthansa-Töchter Austrian Airlines und Swiss mit ein.

Eine Absichtserklärung war bereits im Juli 2014 bei einem Staatsbesuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in China unterzeichnet worden. Nach den Joint-Ventures mit der japanischen Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) und mit Singapore Airlines ist es für die Lufthansa bereits die dritte Kooperation in Asien.

Das Ziel: Flugpläne abstimmen und Auslastung steigern

Die bereits laufenden Verbindungen mit gemeinsamen Flugnummern sollen mit dem kommerziellen Gemeinschaftsunternehmen erheblich ausgeweitet werden. Durch die Zusammenarbeit mit der staatlichen Air China kann die Lufthansa ihren Kunden leichter den Zugriff auf deren Anschlussverbindungen und Services am Boden anbieten.

Außerdem sollen die Fernflüge aufeinander abgestimmt und so die Maschinen besser ausgelastet werden. Zudem sichert die Lufthansa Group ihre Stellung in China ab. Dieser Markt sei der wichtigste für Lufthansa und werde eines Tages auch die USA als größten Luftverkehrsmarkt überholen, hieß es. Die Golf-Carrier hatten in letzter Zeit auf dem chinesischen Markt aufgeholt.

© AirTeamImages.com, Felix Gottwald Hintergrund Darum geht es bei der Kooperation zwischen Lufthansa und Air China

Lufthansa-Chef Spohr hofft auch darauf, dass Air China der Lufthansa hilft, behördliche Restriktionen beim Zugang zum chinesischen Wachstumsmarkt zu überwinden. "Es gibt tatsächlich Infrastrukturbeschränkungen in China, vor allem wenn es um Plätze auf den großen, wichtigen Flughäfen in Shanghai und Peking geht", so der Manger. Das betreffe auch Grenzübergangsstellen. "Wir arbeiten mit Air China an der Lösung solcher Probleme mit der chinesischen Regierung."

Auch Air China will von dem Joint-Venture profitieren, zum Beispiel beim Kundendienst und Vertrieb im Ausland. Sie ist nach den anderen großen Fluggesellschaften China Southern und China Eastern nur Chinas Nummer drei - gemessen am Passagiervolumen und der Anzahl der Flugzeuge. Im Luftverkehr mit Europa ist Air China aber die Nummer eins.

Mit dem Lufthansa-Bündnis folgt Air China auch dem Vorbild der genannten heimmischen Rivalen. Diese betreiben bereits mit Air France-KLM ähnliche Joint-Ventures.

Lufthansa plant offenbar Kooperation mit Air Berlin

Es gibt noch eine weitere Kooperation der Lufthansa, die derzeit die Branche beschäftigt - und zwar die mit Air Berlin. Noch ist nichts offiziell. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge soll der Aufsichtsrat von Europas größter Fluggesellschaft das Geschäft bei seiner nächsten Sitzung Ende September absegnen.

© AirTeamImages.com, TT Lesen Sie auch: Deal zwischen Lufthansa und Air Berlin rückt immer näher

Wichtigster Teil der Vereinbarung ist dem Bericht zufolge, dass Lufthansa vom kommenden Winterflugplan an etwa 40 Flugzeuge von Air Berlin samt Besatzungen mieten soll. Der Winterflugplan tritt am 31. Oktober in Kraft. Zu dem Geschäft gehöre außerdem eine Zusammenarbeit von Lufthansa mit Air-Berlin-Großaktionär Etihad Airways, hieß es.

Von: ch, dpa, dpa-AFX
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