Lufthansa könnte Air-Berlin-Teile übernehmen

20.07.2016 - 11:03 0 Kommentare

Die Lufthansa verhandelt laut einem Medienbericht derzeit um eine Übernahme der dezentralen Verkehre von Air Berlin. Für die Mitarbeiter könnte die Abspaltung eine nachhaltige Lösung sein.

Leitwerke von Lufthansa und Air Berlin. - © © AirTeamImages.com - TT

Leitwerke von Lufthansa und Air Berlin. © AirTeamImages.com /TT

Für einen großen Teil der Air-Berlin-Belegschaft könnte sich bald einiges ändern: Die Lufthansa verhandelt nach Informationen des "Handelsblatts" mit Air-Berlin-Großaktionär Etihad über einen Kauf von Geschäftsteilen des deutschen Konkurrenten. Ziel sei es, bis spätestens Oktober zu einer Entscheidung zu kommen.

Die Gespräche mit Etihad drehen sich den Angaben nach um die Übernahme der dezentralen Verkehre von Air Berlin - also jene Strecken, die nicht über die Drehkreuze Düsseldorf und Berlin führten. Lufthansa und Air Berlin wollten den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

"Die Aufteilung des Air-Berlin-Geschäfts auf einen Netz-Teil und das Abspalten des klassischen Air-Berlin-Geschäfts und dessen Integration in das Eurowings-Konzept wäre eine für die Mitarbeiter nachhaltige Lösung", so Aviation-Management-Professor Christoph Brützel in einer ersten Einschätzung zu airliners.de. Air Berlin wäre dann reduziert auf einen Betrieb im Netzmanagement der Etihad-Gruppe. "Das macht sowohl für Etihad als auch für Lufthansa Sinn."

Eurowings könnte Flugzeuge und Crews übernehmen

Insgesamt geht es dem Bericht zufolge um rund 40 Flugzeuge mitsamt der Crews. Das alles - so die Überlegung - könnte von der neuen Lufthansa-Tochter Eurowings übernommen werden. Hinzu kämen Slots an etlichen Flughäfen.

Ein Verkauf nur der Slots ist dabei allerdings keine Option: "Eigentlich erwerben Airlines keine Eigentumsrechte an Slots", erläutert Verkehrsexperte Manfred Kuhne. Das sogenannte "Secondary Trading" werde aber geduldet. "Verkaufte Slots werden zum Teil sogar in den Geschäftsberichten ausgewiesen."

© dpa, Jörg Carstensen Lesen Sie auch: Lufthansa-Chef hat Kandidaten für Eurowings-Plattform im Visier

Für Air Berlin - das Unternehmen hat 2015 einen Betriebsverlust von 307 Millionen Euro eingeflogen - wäre der Verkauf eine strategische Neuausrichtung. Die Airline könne sich mit dann noch rund 100 Flugzeugen als reine Netzairline auf Düsseldorf und Berlin konzentrieren.

Sie würde damit besser zum Premium-Anspruch des Großaktionärs Etihad passen. Lufthansa dagegen könnte ihrem Ziel näher kommen, Eurowings als Konsolidierungsplattform für den europäischen Luftverkehr zu etablieren.

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Allerdings gibt es dem Bericht zufolge noch offene Fragen. An einzelnen Flughäfen wie etwa Hamburg kämen Lufthansa und Air Berlin auf einen gemeinsamen Marktanteil von fast 70 Prozent. Das könnte kartellrechtliche Probleme verursachen.

Von: gk, dpa
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