Lufthansa setzt ihren Heimatflughafen Frankfurt unter Druck

16.03.2017 - 13:41 0 Kommentare

Lufthansa hat dem Flughafen Frankfurt mit einer Klage gedroht. Es geht dabei um Rabatte für Neukunden. Außerdem wird die Airline zusätzliche A350 am Drehkreuz München stationieren.

Airbus A350-900 der Lufthansa - © © Lufthansa -

Airbus A350-900 der Lufthansa © Lufthansa

Die Lufthansa setzt ihren Hauptflughafen Frankfurt unter Druck. Airline-Chef Carsten Spohr kritisierte jetzt bei einem Auftritt am Münchner Airport erneut die Betreibergesellschaft Fraport, die vor allem Billigfliegern wie Ryanair unfaire Rabatte auf Strecken einräume, die auch von anderen Fluggesellschaften bedient würden. "Wir wollen auf gleichen Strecken gleiche Konditionen", sagte Spohr.

Dieses Ziel wolle man vorzugsweise mit Verhandlungen erreichen, sonst müsse man spätestens im Sommer eine Klage einreichen. Lufthansa rechne damit, schon im Winter rund 30 Millionen Euro weniger Gebühren an die Fraport zahlen zu müssen.

Airline-Chef kritisiert auch Hessen

Indirekt drohte der Lufthansa-Chef auch damit, Flüge aus Frankfurt an andere Drehkreuze der Lufthansa-Gruppe zu verlegen. Umsteiger gingen dann dem Frankfurter Flughafen als Passagiere verloren.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Hessen streicht Extra-Rabatt für Neukunden in Frankfurt

Spohr kritisierte auch das Land Hessen, das größter Fraport-Anteilseigner und gleichzeitig Genehmigungsbehörde für die Rabattstaffel ist: "Hessen subventioniert den schärfsten Gegner des größten Arbeitgebers in Hessen."

Weitere A350 nach München

Lufthansa will zu den zehn bereits geplanten A350 fünf weitere Langstreckenflieger des gleichen Typs in München stationieren. München werde eine größere Rolle spielen und auch von Düsseldorf könne er sich Fernflüge der Tochter Eurowings vorstellen, sagte Spohr.

Doch zumindest in München sind die Möglichkeiten für Wachstum begrenzt, wie Spohr selbst einräumte. Um dort tatsächlich eine große Zahl neuer Flüge anzubieten, brauche der Airport die von der Branche seit langem geforderte dritte Start- und Landebahn.

In München betreibt Lufthansa in enger Partnerschaft mit der Flughafengesellschaft das Terminal 2. In ein neues Abfertigungsgebäude, das im vergangenen Jahr eröffnet hat, investierten beide Unternehmen insgesamt rund 900 Millionen Euro.

Von: ch, dpa, dpa-AFX
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