"Bekannter Versender" Luftfrachtversender wachen langsam auf

06.11.2012 - 12:27 0 Kommentare

Immer mehr Aircargo-Exporteure wollen sich als "Bekannter Versender" lizensieren lassen, um nach einer Neuregelung der Luftfrachtsicherheit im kommenden Jahr nicht mit ihrer Fracht am Flughafen im Security-Stau zu stehen. Viel Zeit bleibt ihnen nicht mehr.

Luftfracht-Handling am Flughafen Frankfurt - © © Fraport - Fraport-Fototeam

Luftfracht-Handling am Flughafen Frankfurt © Fraport /Fraport-Fototeam

Nach monatelanger Zurückhaltung erwägen nun doch immer mehr Exporteure von Luftfrachtsendungen, sich beim Luftfahrt Bundesamt (LBA) als "Bekannter Versender" zertifizieren zu lassen. Das berichten Consulting-Dienstleister, die Exportunternehmen zu den neuen Sicherheitsbestimmungen in der Luftfracht beraten.

Treiber für den starken Anstieg der Anfragen ist ein Datum: Der 25. März 2013. Ab diesem Tag unterliegen alle Luftfrachtsendungen, die nicht von einem amtlich lizensierten "Bekannten Versender" stammen, einer akribischen Sicherheitsüberprüfung.

Viele Firmen würden sich erst jetzt ernsthaft mit den neuen Sicherheitsbestimmungen beschäftigen, sagte die DEKRA-Managerin Annette Wiedemann. Die zuständigen Fachleute der Abteilung "Industrie & Aviation" würden derzeit praktisch durchgehend arbeiten, um Firmen beim amtlichen Zulassungsverfahren zum "Bekannten Versender" zu beraten.

Die steigende Nachfrage kann auch Rüdiger Suhrke, Geschäftsführer des Hamburger Beratungsunternehmens AviaConcil, bestätigen. Er berichtet von gegenwärtig über zwanzig Antragstellern, die sich von seinem Unternehmen fachlichen Rat für das Lizensierungsverfahren holen wollten.

Neben den Unterlagen über die Geschäftstätigkeit der Unternehmen, der Menge ihrer Luftfrachtsendungen, deren Inhalte und Laufwege wird vom LBA auch geprüft, ob die Mitarbeiter der Firmen an den vorgeschriebenen Sicherheitsschulungen teilgenommen haben und ob das Firmengelände gegen den unbefugten Zutritt Dritter adäquat gesichert ist.

Die Zertifizierung läuft weiterhin schleppend. Das LBA hat bisher erst 643 Firmen den Status des "Bekannten Versenders" zuerkannt. Darüber hinaus liegen dem Braunschweiger Amt aktuell noch 354 Anträge zur finalen Prüfung vor.

Schätzungen von Unternehmensverbänden zufolge gibt es allerdings in Deutschland bis zu 65.000 regelmäßige oder gelegentliche Versender von Luftfracht. Experten befürchten daher ab dem 25. März kommenden Jahres gewaltige Staus beim Cargoexport.

Nach Aussage Suhrkes dauert das gesamte Antrags- und Prüfverfahren etwa drei Monate, kann sich aber auch bei fehlenden Unterlagen oder mangelnden baulichen Voraussetzungen bis zu sechs Monate hinziehen.

Damit bleibt den Exporteuren nicht mehr viel Zeit, die Zertifizierung anzugehen. Allerdings gibt es auch nach dem Stichtag weiterhin die Möglichkeit, den Status des "Bekannten Versenders" zu erwerben.

Von: Heiner Siegmund, cargoforwarder.eu
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