Beruf & Karriere

Hier wird das Gros der deutschen Luftfracht abgewickelt

22.08.2017 - 10:24 0 Kommentare

Wer einen Job in der Cargo-Branche sucht, sollte drei Standorte im Blick haben: In Frankfurt, Leipzig/Halle und Köln/Bonn werden mehr als 80 Prozent der deutschen Luftfracht umgeschlagen. Und die Branche wächst.

Ein Transportflugzeug des amerikanischen Paketdienstes Federal Express, eine Boeing 777-FS2, landet auf dem Flughafen in München.

Ein Transportflugzeug des amerikanischen Paketdienstes Federal Express, eine Boeing 777-FS2, landet auf dem Flughafen in München.
© dpa - Rene Ruprecht

DHL-Mitarbeiter beladen Frachtcontainer am Flughafen Leipzig/Halle.

DHL-Mitarbeiter beladen Frachtcontainer am Flughafen Leipzig/Halle.
© dpa - Peter Endig

Neutraler Frachtübergabeplatz in derCargo City Süd am Flughafen Frankfurt

Neutraler Frachtübergabeplatz in derCargo City Süd am Flughafen Frankfurt
© Fraport

Cargo Center am Flughafen Köln/Bonn

Cargo Center am Flughafen Köln/Bonn
© Köln/Bonn Airport

Der Flughafen Leipzig/Halle ist zwar vom Frachtaufkommen kleiner als die Nummer Eins in Deutschland, der Flughafen Frankfurt, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Im Gegensatz zu Frankfurt gibt es hier eine Rund-um-die-Uhr-Betriebserlaubnis.

Und das zahlt sich aus. Seit Jahren erzielt Deutschlands zweitgrößtes Fracht-Drehkreuz immer wieder neue Spitzenwerte. Dort wuchs das Volumen der abgefertigten Luftfracht im ersten Halbjahr 2017 um gut fünf Prozent auf über 540.000 Tonnen an. Im vergangenen Gesamtjahr knackte der Airport erstmals die Eine-Million-Tonnen-Marke.

Zudem treibt die Posttochter DHL den Ausbau ihres dortigen Luftfrachtdrehkreuzes voran und eröffnete unlängst zwei neue Terminals.

Cargo-Aufkommen an deutschen Flughäfen 2016
Luftfracht in Tonnen
Flughafen Frankfurt 2100000
Flughafen Leipzig/Halle 1052000
Flughafen Köln/Bonn 786000
alle weiteren Flughäfen 650000

Quelle: Airport-Angaben, ADV

Wer einen Job in der Luftfrachtbranche sucht, ist aber auch am Flughafen Frankfurt sowie am Flughafen Köln/Bonn an der richtigen Adresse. An allen drei Standorten zusammen wird nach Angaben des Flughafenverbandes ADV das Gros der Frachtmenge in Deutschland abgefertigt.

Luftfracht wird nicht nur in speziellen Frachtflugzeugen transportiert: Rund 50 Prozent werden in den Unterdecks von Passagiermaschinen befördert. Daher ist auch das Passagierdrehkreuz München mit gut sieben Prozent Anteil am deutschen Cargo-Aufkommen ein wichtiger Frachtstandort.

Frankfurt ist Spitzenreiter

Deutlich die Nase vorn hat aber Frankfurt. Der Flughafen konnte das Cargo-Aufkommen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,4 Prozent auf über 2,8 Millio­nen Tonnen steigern.

Die Cargo City Nord ist dabei Hauptsitz von Lufthansa Cargo AG. Sie ist nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport zudem Standort zahlreicher bedeutender Global Player. Es gibt es unter anderem ein Frachtzentrum für Abfertigungsdienstleister und ein Speditionszentrum, das von zahlreichen marktführenden Speditionen als zentraler Verlade- und Distributionsort genutzt wird.

Der Flughafen Köln/Bonn rangiert mit rund 786.000 Tonnen im vergangenen Jahr auf Platz drei der deutschen Cargo-Standorte. Dafür sind vorrangig zwei international agierende Unternehmen verantwortlich. 2010 hatte Fedex sein Drehkreuz für Zentral- und Westeuropa nach Köln/Bonn verlagert. Bereits seit 1986 betreibt UPS am Flughafen Köln/Bonn - an dem es wie in Leipzig/Halle kein Nachtflugverbot gibt - seinen Europa-Hub.

2014 hatte das Logistikunternehmen UPS sein erweitertes Sortierzentrum in Betrieb am Flughafen Köln/Bonn genommen. Innerhalb von zwei Jahren Bauzeit waren rund 200 Millionen US-Dollar (144 Millionen Euro) investiert worden. Dabei handelt es sich nach Unternehmensangaben um die außerhalb der USA "größte Gebäude-und Anlageinvestition in der Geschichte von UPS".

Vor allem wertvolle Fracht wird auf Luftweg befördert

Der Luftfracht von und nach Deutschland kommt übrigens eine hervorgehobene Stellung zu. Und das weniger nach der Menge als vielmehr nach ihrem Wert. So wird nach einer Studie des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft nur jede einhundertste Tonne an Waren, die aus Übersee (Amerika, Asien, Afrika, Australien und Ozeanien) nach Deutschland kommt, über den Luftweg importiert.

© BTW, Svea Pietschmann Lesen Sie auch: Airport-Chef Garvens: 747-Bestellung von UPS hängt mit Gebührenpolitik zusammen

Vom Warenwert entspricht dies aber 25 Prozent der Einfuhren. Bei den Exporten sieht es ähnlich aus. Zwei Prozent der ausgeführten Warenmenge in Richtung Übersee werden in Flugzeugen transportiert. Der Warenwert liegt jedoch bei 30 Prozent aller Exporte aus Deutschland.

Aktuelle Luftfracht-Jobs gibt es im airliners.de-Stellenmarkt.

Von: airliners.de
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