Infrastrukturkosten

Luftfracht in Frankfurt vor neuer Belastung

18.09.2012 - 15:17 0 Kommentare

Fraport will ab dem kommenden Jahr hohe Gebühren von Frachtfirmen am Flughafen Frankfurt/Main verlangen. Die Cargobranche will aber nicht zahlen und verweist auf ein Gutachten.

Luftfracht-Handling am Flughafen Frankfurt

Luftfracht-Handling am Flughafen Frankfurt
© Fraport - Fraport-Fototeam

Fraport startet Vermarktung von zusätzlich 27 Hektar Frachtflächen in der CargoCity Süd.

Fraport startet Vermarktung von zusätzlich 27 Hektar Frachtflächen in der CargoCity Süd.
© Fraport

Neben den Montagsdemonstrationen gegen Fluglärm zeichnet sich am Flughafen Rhein/Main ein weiteres Konfliktfeld ab: eine Auseinandersetzung zwischen der Fraport und ihren Frachtkunden. Dabei geht es kurz nach der Einführung des Nachtflugverbots am Platz um ein neues Entgelt, berichtet der "Cargo Forwarder" in seiner aktuellen Ausgabe.

Ausgelöst wurde der jetzt ausgebrochene Zwist dem Bericht zufolge durch eine Ankündigung des Flughafens, die auf dem Gelände tätigen Frachtfirmen ab dem 1. Januar kommenden Jahres an den Infrastrukturkosten zu beteiligen. Wie die Betreibergesellschaft gegenüber dem Luftfracht-Branchendienst mitteilte, richtet sich die pro Unternehmen zu zahlende Summe nach dem Jahresumsatz sowie der Anzahl der dort beschäftigten Mitarbeiter.

Laut Fraport handle es sich um einen jährlichen Gesamtbetrag in Höhe von 5,1 Millionen Euro, so der "Cargo Forwarder". Betroffen sind beide Standorte innerhalb des Flughafenareals, die "CargoCity Süd" und "CargoCity Nord". Zudem verlange die Fraport von Besuchern der Frachtanlagen künftig fünf Euro für einen Tagesausweis.

Für die Wartung und Reparatur der Straßen innerhalb des Flughafens, die verschärften Sicherheitsmaßnahmen, den Winterdienst oder den Neubau von Zufahrten entstünden jährliche Kosten von rund 53 Millionen Euro, sagte Unternehmenssprecher Mike Schweitzer dem "Cargo Forwarder".

Bei den Gebühren handele es sich einen Deckungsbeitrag für den Erhalt der Infrastruktur des Flughafens. Die Gebühreneinnahmen seien zweckgebunden und würden wieder in die Infrastruktur investiert, so Schweitzer.

Er verwies darauf, dass das Frachtgewerbe im Unterschied zu den im Passagierbetrieb tätigen Firmen bisher von dieser Umlage befreit gewesen sei, da die Fraport die Entwicklung der "CargoCity Süd" habe abwarten wollen. Nachdem die Frachtbranche den Standort gut angenommen habe, greife ab kommendem Jahr auch für sie das Gebührenmodell.

Gegen das Vorhaben machen inzwischen die dort ansässigen Spediteure, Handlingbetriebe und Airlines mobil. Sie verweisen auf die Verschlechterung ihrer Wettbewerbssituation durch das Nachtflugverbot, die angespannte wirtschaftliche Lage sowie die geringen Margen der Branche.

Der zuständige Speditionsverband Hessen/Rheinland-Pfalz (SLV) befürchtet, dass im Falle der Abgaben Frachtfirmen den Flughafen verlassen und sich anderswo ansiedeln werden. SLV-Geschäftsführer Thorsten Hölser verweist im Cargo Forwarder auf ein von seiner Organisation in Auftrag gegebenes juristisches Gutachten, wonach die Gebühren illegal sind. Die Expertise ist Grundlage eines für Donnerstag dieser Woche geplanten Gesprächs zwischen Juristen der Fraport und des Speditionsverbandes.

Von: airliners.de
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