Luftfracht gewinnt für Airlines an Bedeutung

11.02.2016 - 13:14 0 Kommentare

Das Thema Luftfracht spielt für Passagierfluglinien eine immer wichtigere Rolle. Ein Grund sind die tendenziell sinkenden Ticketpreise, wie Barig-Generalsekretär Michael Hoppe jetzt in Frankfurt erläuterte.

Michael Hoppe, Generalsekretär des Board of Airline Representatives in Germany - © © Heiner Siegmund -

Michael Hoppe, Generalsekretär des Board of Airline Representatives in Germany © Heiner Siegmund

Das Luftfrachtgeschäft nimmt einen immer größeren Stellenwert bei der Ertragskalkulation von Passagierfluglinien ein, die im Unterflurbereich Cargosendungen mitnehmen. Darauf machte Generalsekretär Michael Hoppe vom Board of Airline Representatives in Germany (Barig) jetzt vor Medienvertretern am Frankfurter Flughafen aufmerksam.

Sein Argument: Aufgrund beinharter Konkurrenz und damit verbunden tendenziell sinkender Ticketpreise gingen die Stückkosten pro Sitzplatz bei den meisten Airlines immer weiter zurück, was einen kontinuierlichen Druck auf die Margen erzeuge. Da hierzulande gleichzeitig die an Flughäfen und von der Flugsicherung verlangten Gebühren und Abgaben eher stiegen, oder wie die vom Bund erhobene Luftverkehrssteuer zumindest nicht sinken würde, könnten die Fluglinien diesen für sie fixen Kostenblock nicht durch eigene Anstrengungen ausgleichen.

Sinkende Erträge aufgrund fallender Ticketpreise und gleichbleibende oder leicht steigende Ausgaben aufgrund von Gebühren übten einen zunehmenden Ertragsdruck aus, betonte Hoppe. Um die Einnahmeausfälle ansatzweise zu kompensieren, würden die klassischen Fluglinien immer stärker das Thema Cargo auf dem Schirm haben, um durch die Mitnahme von Sendungen in den Frachtkammern ihrer Passagierflotten zusätzliche Erträge zu generieren.

Aufgrund dieser Tendenz spielt laut Hoppe das Thema Luftfracht auch innerhalb seiner Organisation eine zunehmend wichtige Rolle. Als ein Beispiel von mehreren Initiativen nannte er die aktive Mitwirkung von Barig an der Cargo Community Frankfurt. Diese Interessenvertretung, in der neben dem Flughafenbetreiber Fraport und Airlines auch Spediteure und Luftfracht-Abfertiger vertreten sind, erarbeitet derzeit Konzepte zur Prozessverbesserung der Abläufe von Fracht speziell auf Rhein-Main.

© Barig, Lesen Sie auch: "Luftverkehr darf nicht als Belastung verstanden werden"

In Planung sei ein elektronisches System, das die Übermittlung von Daten von einer künftigen Luftfracht-Koordinationsstelle an LKW-Fahrer ermöglicht, die zum Abladen ihrer Waren auf dem Weg zum Flughafen sind. Per elektronischer Datenübermittlung könnten ihnen exakte Entladezeiten bei den im Frachtbereich des Flughafens tätigen Handling-Agenten lange vor der Ankunft ihrer Trucks am Flughafen geschickt werden. Dies führe zu einer Entzerrung des Verkehrs, verringere die Staugefahr speziell in der CargoCity Süd des Flughafens, reduziere den CO2-Ausstoß der Fahrzeuge und mache die Lieferungen zeitlich kalkulierbar für alle Beteiligten, inklusive des Zolls.

Barig feiert in diesem Jahr das 65-jährige Bestehen. Die Organisation vertritt die Interessen von rund 100 Mitglieds-Airlines, darunter acht weltweit agierende Frachtfluglinien, gegenüber Politik, Behörden und Flughafenverwaltungen.

Von: gk
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