Wohl 30 Interessenten für Germania

15.02.2019 - 09:04 0 Kommentare

Der vorläufige Insolvenzverwalter von Germania meldet das Interesse von 30 Investoren - mehr als ein Drittel von ihnen prüfe aktuell die Bücher des Pleite-Carriers. Denn die Zeit drängt.

Airline-Chef Karsten Balke vor einem Airbus A319 auf dem Airbus Gelände in Hamburg.

Airline-Chef Karsten Balke vor einem Airbus A319 auf dem Airbus Gelände in Hamburg.
© airliners.de - Benjamin Recklies

Heck einer Germania-Maschine

Heck einer Germania-Maschine
© Germania

Auf der Suche nach Investoren für die insolvente Germania haben sich beim vorläufigen Insolvenzverwalter etwa 30 Interessenten gemeldet. Mehr als zehn davon hätten bereits eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterzeichnet und prüften derzeit die Bücher des Unternehmens, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses mit.

Bei den Interessenten handele es sich mit strategischen Investoren um Unternehmen aus der Branche. Nähere Details oder gar Namen nannte Wienberg nicht, da Investorenverhandlungen strengem Stillschweigen unterliegen würden.

Dem Insolvenzverwalter zufolge könnten Investoren den rentablen Teil der Airline "mit profitablen Slots und ohne Altlasten" übernehmen. Möglich ist demnach eine Konzentration auf lukrative Strecken mit einer reduzierten Flotte. "Nicht alle Germania-Strecken sind ein Verlustgeschäft", erklärte Wienberg.

Fluglinie wird betriebsbereit gehalten

Während der Investorensuche sei es aber wichtig, die Airline weiter betriebsbereit zu halten. Dazu müsse Germania einsatzbereite Flugzeuge, Crews und Wartungsleistungen bereitstellen können. Man stehe in engem Kontakt mit dem Luftfahrt-Bundesamt (LBA) und der Flughafenkoordination der Bundesrepublik Deutschland (Fluko), betonte Wienberg. Die Fluko vergibt die Start- und Lande-Slots.

Auch der überwiegende Teil der Leasing-Geber der Flugzeuge würde weiter mit dem insolventen Unternehmen zusammen arbeiten. So stünden Germania weiter 22 von ehemals 30 Flugzeugen zur Verfügung. Alle Flugzeuge seien entgegen früherer Angaben geleast und gehörten nicht Germania.

Verhandlungen laufen auf Hochdruck

"Es liegt auf der Hand, dass die Chancen auf eine Wiederaufnahme des Flugbetriebs mit der Zeit nicht besser werden", betonte der vorläufige Insolvenzverwalter. Die Verhandlungen liefen deshalb "mit Hochdruck".

Germania hatte vor elf Tagen Insolvenz angemeldet und den Flugbetrieb eingestellt. Von der Pleite sind rund 1700 Mitarbeiter betroffen. Davon ist der überwiegende Teil bei der Germania Fluggesellschaft mbH (1426 Mitarbeiter) beschäftigt. Aber auch das Personal der Germania Technik Brandenburg mbH (178 Mitarbeiter) und der Germania Flugdienste GmbH (74 Mitarbeiter) steht vor einer ungewissen Zukunft.

© Germania, Lesen Sie auch: Germania-Mitarbeiter kriegen bis Ende März Geld

Von: br mit Material von AFP
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