Luftfahrtindustrie sieht Potenzial für die Branche in Sachsen

05.06.2019 - 17:15 0 Kommentare

Mehr als 7000 Menschen in Sachsen arbeiten in der Luftfahrt. Das Problem: Noch Fehlen die große Aufträge. Der BDLI sieht großes Potenzial für die Branche in Sachsen.

Die Elbe Flugzeugwerke haben ihren Sitz in Dresden. - © © dpa - Sebastian Kahnert

Die Elbe Flugzeugwerke haben ihren Sitz in Dresden. © dpa /Sebastian Kahnert

Sachsen hat nach Einschätzung des Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) mit seinen Forschungseinrichtungen Potenzial für die Branche. Es komme aber darauf an, aus einem Innovations- und Forschungsumfeld auch industrielle Aktivitäten zu generieren, sagte Klaus Richter am Mittwoch bei einem Spitzentreffen der Luftfahrtindustrie in Dresden.

Vom Leichtbau über Materialien bis hin zur Hochtechnologie bei Antrieben - es gebe immer wieder neue Technologiewellen in der Branche und damit Chancen für technisches Know-how.

Da ist Dresden und Sachsen gut positioniert.

Klaus Richter

Die kleinen mittelständischen Unternehmen müssten allerdings eine "kritische Masse" erreichen, um an größere Aufträge zu kommen. In Sachsen erwirtschaften rund 160 Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit mehr als 7000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro pro Jahr. "Das sind sehr viele Firmen für sehr wenig Mitarbeiter", so Richter, der zugleich der deutsche Einkaufschef für Airbus ist.

BDLI, Politik und Industrie treffen sich in Dresden

In Dresden trafen sich am Mittwoch unter anderem der Bundesverband, verschiedene Zulieferer und der Präsident von Boeing Deutschland, Michael Haidinger. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nannte es als ein Ziel, mit Hilfe der Technologieförderung des Freistaates und mit großen Unternehmen wie Airbus oder den EFW Elbe Flugzeugwerken gemeinsam Projekte auf den Weg bringen.

"Wir wünschen uns, dass noch mehr Unternehmen in die Hochtechnologiebranche vorstoßen", so Kretschmer. Zudem könnten Unternehmen gemeinsam größere Projekte auf den Weg bringen, um zu wachsen. "Das muss aber von den Unternehmen selbst kommen", so Sachsens Ministerpräsident weiter.

EFW-Chef Andreas Sperl, der in Dresden rund 1600 Mitarbeiter beschäftigt, entwickelt und liefert mit seinem Unternehmen die Fußböden für nahezu alle Airbus-Flugzeuge. Zudem rüstet EFW ehemalige Passagier- zu Frachtfliegern um und kümmert sich um Reparatur und Wartung etwa des A380. "Wir haben viele Ideen für Wachstum", so Sperl.

So wird derzeit der ehemalige Airport-Tower zu einem Innovationszentrum umgebaut, wo gemeinsam mit der TU Dresden und anderen Instituten geforscht werden soll, wie man Flugzeuge leichter macht. "Da wollen wir ganz vorn mit dabei sein."

Von: br, dpa
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