IATA-Vorstoß zu New Yorker Klimagipfel

Luftfahrtbranche will Emissionen halbieren

22.09.2009 - 15:59 0 Kommentare

Die Luftfahrtbranche will sich global verpflichten, ihre Emissionen bis 2050 zu halbieren. Eine entsprechende Vereinbarung will British-Airways-Chef Willie Walsh am Dienstag für die IATA beim internationalen Klimagipfel in New York präsentieren.

Pünktlich zum Klimagipfel von New York hat die Luftfahrtindustrie angeboten, ihren Treibhausgas-Ausstoß bis 2050 zu halbieren. Airlines, Flughafenbetreiber und Flugzeugbauer präsentierten am Dienstag eine Vereinbarung, die dieses und weitere Ziele für die Branche setzt, wie der Branchenverband IATA mitteilte. Speziell beinhaltet der Vorstoß der Luftfahrtbranche folgende Punkte:

  • Reduzierung der CO2-Emissionen um 50 Prozent bis 2050. Als Vergleichsjahr für die Halbierung soll demnach 2005 gelten.
  • Eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 1,5 Prozent jählich innerhalb der kommenden zehn Jahre.
  • Ab 2020 will die Industrie CO2-neutral wachsen.
  • Bereits bis 2010 soll ein Plan für einen globalen Emissionshandel erarbeitet und bei der UN eingereicht werden.

Nach einem Bericht des britischen "Guardian" streben die Unternehmen einen internationalen Handel mit Verschmutzungsrechten an. Vom EU-Emissionshandel, dem sie von 2012 an unterliegen sollen, wollten sie sich hingegen abwenden. Die Unternehmen forderten von der Politik im Gegenzug, die nötigen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Notwendig sei etwa, die Flugsicherung so zu verbessern, dass durch ein optimiertes Management der Treibhausgas-Ausstoß gesenkt werden könne. Auch müssten die Staaten die Entwicklung nachhaltiger Biokraftstoffe unterstützen, forderte der Verband.

Kritik übte die Luftfahrtindustrie an bisherigen Maßnahmen der Staaten für den Emissionshandel, also den Handel mit Luftverschmutzungsrechten. Die bislang "unkoordinierten nationalen und regionalen Systeme" nützten "wenig oder nichts, um die Emissionen zu steuern", erklärte die IATA.

"Die internationale Luftfahrt wurde vor zwölf Jahren nicht ins Kyoto-Protokoll aufgenommen. Jetzt haben wir die Chance, das zu berichtigen", will Walsh dem "Guardian"-Bericht zufolge in New York erklären. Hintergrund seien Befürchtunge der Branche, bei einer Verweigerungshaltung eine mögliche Mitbestimmung bei der Ausgestaltung von Klimazielen in der Luftfahrt zu verspielen.

Sollten die Vereinten Nationen den Vorschlag der Luftfahrtbranche akzeptieren, solle er auf die Agenda des Weltklimagipfels in Kopenhagen im Dezember gesetzt werden. Dort beraten die Staaten dieser Welt über eine Nachfolge für das Kyoto-Protokoll. In New York sollten am Dienstag auf Einladung der Vereinten Nationen die Vertreter von mehr als hundert Ländern über gemeinsame Maßnahmen zum Kampf gegen den Klimawandel beraten. Der Klimagipfel soll die Weichen für den Gipfel im Dezember in Kopenhagen stellen.

Von: airliners.de mit AFP
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