IATA-Jahrestagung

Luftfahrtbranche will ab 2020 CO2-neutral wachsen

08.06.2009 - 17:21 0 Kommentare

Die Luftfahrtindustrie will ab 2020 nur noch CO2-neutral wachsen. Das hat der Luftfahrtweltverband IATA am heutigen Montag bei seiner Jahrestagung in Kuala Lumpur in Malaysia angekündigt.

Die Industrie hat nach IATA-Angaben einen Anteil von etwa drei Prozent am weltweiten Treibhausgas-Ausstoß, zwei Prozent bei Kohlendioxid (CO2). Nach Angaben von IATA-Generaldirektor Giovanni Bisignani gehen die CO2- Emissionen der Luftfahrt in diesem Jahr um 6,5 Prozent auf 623 Millionen Tonnen zurück - 4,7 Prozent durch den rezessionsbedingten Kapazitätsabbau, 1,8 Prozent durch Effizienzsteigerungen.

«Nach 2020 sollen die Emissionen der Luftfahrtindustrie auch mit wachsender Nachfrage nicht mehr steigen», sagte Bisignani. Fluggesellschaften seien die erste weltweit operierende Branche, die ein so kühnes Versprechen abgibt, so Bisignani.

Die 226 IATA-Mitglieder - mehr als 93 Prozent des internationalen Linienverkehrs - wollen die Treibstoff-Effizienz bis 2020 jedes Jahr um 1,5 Prozent verbessern, vor allem durch Flottenerneuerung. Die neuesten Maschinen verbrauchen nach Angaben von IATA rund drei Liter Treibstoff pro Kilometer pro 100 Passagiere. Das sei vergleichbar mit dem Verbrauch eines Kleinwagens.

Bio-Kerosin könne die dEmissionen der Luftfahrtindustrie um 80 Prozent senken, sagte Bisignani. IATA habe sich das Ziel gesetzt, in acht Jahren zehn Prozent Bio-Kraftstoffe einzusetzen. Er verlangte mehr staatliche Investitionen in die Erforschung alternativer Kraftstoffe. Bis zu 18 Prozent des Flugtreibstoffs wird nach IATA- Angaben durch mangelnde Infrastruktur und dadurch nötige Warterei verschwendet.

Virgin Atlantic hat im Februar 2008 erfolgreich einen Kerosin-Mix mit 20 Prozent Kokosnuss- und Babassu-Öl getestet. Air New Zealand flog im Dezember einen Jet mit 50 Prozent Beimischung von Biotreibstoff aus der Jatropha-Pflanze in einem Triebwerk. Continental und JAL haben in diesem Jahr ähnliche Versuche erfolgreich absolviert.

Von: dpa
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