Airline-Verband rechnet in diesem Jahr mit Rekordgewinn

Die Fluggesellschaften weltweit düften in diesem Jahr so viel Gewinn machen wie noch nie, so die Prognose des Luftfahrtverbandes Iata. Deren Chef Tony Tyler rechnet derweil auch mit neuen Kooperationen rund um Lufthansa, Air France-KLM und IAG.

Tony Tyler, CEO der Iata. - © © IATA -

Tony Tyler, CEO der Iata. © IATA

Die Luftfahrtbranche steuert in diesem Jahr nach eigener Einschätzung auf den höchsten Gewinn ihrer Geschichte zu. Dank des billigen Kerosins dürften die Fluggesellschaften in aller Welt 2016 zusammengerechnet rund 39,4 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 35,2 Milliaren Euro) Gewinn einfliegen, gab der internationale Branchenverband Iata jetzt bei seiner Jahrestagung in Dublin bekannt. Das sind 3,1 Milliarden Dollar mehr als zuletzt geschätzt und gut 4,1 Milliarden mehr als im bisherigen Rekordjahr 2015.

Dem Luftfahrverband Iata gehören 250 Airlines an, die zusammen 83 Prozent der kommerziellen Luftfahrtindustrie weltweit repräsentieren. Aktien von Fluggesellschaften reagierten mit Kursgewinnen auf die Nachrichten. Am frühen Nachmittag lagen die Papiere der Lufthansa mit 1,25 Prozent im Plus, die von Air France-KLM legten um knapp ein Prozent und die der British-Airways-Mutter IAG um rund zwei Prozent zu.

Entwicklung der einzelnen Regionen unterschiedlich

Auch wenn es für die Branche unter dem Strich gut aussieht, fällt die Entwicklung in den einzelnen Weltregionen sehr unterschiedlich aus. Mit 22,9 Milliarden Dollar dürfte mehr als die Hälfte des weltweiten Branchengewinns laut der Prognose von den Fluggesellschaften in Nordamerika stammen.

In Europa dürften die Airlines mit 7,5 Milliarden Dollar rund 100 Millionen mehr verdienen als im vergangenen Jahr. In Afrika erwartet die Branche weiterhin einen Verlust, der mit 500 Millionen Dollar aber immerhin um 200 Millionen geringer ausfallen dürfte als im Vorjahr.

"Die Märkte entwickeln sich uneinheitlich, aber insgesamt macht die Branche einen guten Job", sagte der scheidende Iata-Chef Tony Tyler, der seinen Posten nach dem Treffen voraussichtlich an den bisherigen Air-France-KLM-Chef Alexandre de Juniac übergibt. Die Fluggesellschaften hätten sich in den vergangenen Jahren umstrukturiert und setzten effizientere Flugzeuge ein.

© EPA, Etienne Laurent Lesen Sie auch: Chef von Air France-KLM will zum Luftverkehrsverband Iata wechseln

In Europa rechnet der Iata-Chef derweil mit einer Fusionswelle unter den Fluggesellschaften. Diese dürfte sich vor allem rund um die etablierten Platzhirsche Lufthansa, Air France-KLM und die International Airlines Group (IAG) drehen. Letztere hat bereits British Airways, die spanische Iberia, die einstige britische Lufthansa-Tochter BMI und die irische Aer Lingus unter ihrem Dach vereint.

Europa macht das, was in Amerika schon passiert ist

Auf dem alten Kontinent dürfte die Branche nach Einschätzung Tylers damit eine Entwicklung nachholen, die die US-amerikanische Luftfahrt in den vergangenen Jahren nach mehreren Insolvenzen umgewälzt hat. Dort sind inzwischen deutlich weniger, aber größere Gesellschaften am Start, was zu geringeren Überkapazitäten und höheren Ticketpreisen geführt hat.

Weltweit dürfte das Wachstum des Luftverkehrs nach Einschätzung der Iata weitergehen. Der Verband erwartet ein Wachstum der Passagiernachfrage um 6,2 Prozent. Der Branchenumsatz dürfte dennoch von 718 Milliarden im vergangenen Jahr auf jetzt 709 Milliarden Dollar zurückgehen.

Grund dafür sind die sinkenden Treibstoffkosten, die den Preiskampf befeuern. Die Iata rechnet für 2016 mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 45 Dollar je Barrel - nach 53,9 Dollar im vergangenen Jahr. Während die Passagiere von niedrigeren Ticketpreisen profitieren, behalten die Airlines einen Teil der Einsparungen beim Kerosin als Gewinn für sich.

Von: ch, dpa-AFX

Datum: 02.06.2016 - 12:19

Adresse: http://www.airliners.de/luftfahrtbranche-jahr-rekordgewinn/38748