Luftfahrt setzt auf die Entwicklung elektrischer Flugzeuge

20.06.2016 - 17:16 0 Kommentare

Das DLR arbeitet daran - und auch Boeing, Airbus und Siemens tun es. Die Rede ist vom elektrischen Fliegen. Jetzt zieht auch die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa nach.

Animation des Nasa-Elektroflugzeugs

Animation des Nasa-Elektroflugzeugs "Maxwell". © Nasa

Airbus-Chef Tom Enders nennt es eine der "größten industriellen Herausforderungen unserer Zeit". Er bezieht sich dabei auf das elektrische Fliegen. Die Luftfahrt hat die Bedeutung dieser Antriebstechnik schon länger erkannt - inzwischen arbeiten mehrere Unternehmen und Einrichtungen an dieser Technologie.

So hat zum Beispiel die US-Raumfahrtbehörde Nasa erst vor ein paar Tagen ihre Pläne für ein Flugzeug mit rein elektrischem Antrieb konkretisiert. Die Maschine mit 14 elektrischen Propellermotoren trage den Namen X-57 und den Spitznamen "Maxwell", hieß es.

Nasa-Chef Charles Bolden bezeichnete das Flugzeug als "erster Schritt zum Beginn einer neuen Ära in der Luftfahrt". Schon im kommenden Jahr werde es erstmals abheben, meldete das "Wall Street Journal" und berief sich dabei auf mit der Sache vertraute Personen.

Elektro-Flugzeuge als Frachtmaschinen

Vor gut einem Jahr hatte die Nasa erste Pläne für ein elektrisches Flugzeug vorgestellt, das auf einer modifizierten Viersitzer-Maschine des italienischen Herstellers Tecnam aufbaut. Bei dem Flieger vom Typ P2006T - genannt Sceptor - sollen die Tragflächen und Triebwerke durch filigrane Flügel und eine Reihe elektrischer Propeller ersetzt werden.

© Airbus, Lesen Sie auch: Fliegen wird das neue Öko

Die Betriebskosten könnten dadurch um 30 Prozent sinken, zitiert die Zeitung den obersten Nasa-Entwickler Mark Moore. Auch Frachtmaschinen dieser Art kündigte die Nasa an.

Airbus, Siemens, Boeing - die Konkurrenz schläft nicht

Die großen Flugzeugbauer, aber auch erste Fluggesellschaften haben die Zukunftsvision des elektrischen Fliegens ebenfalls für sich entdeckt. So haben sich Airbus und Siemens für die Entwicklung von vollelektrischen und Hybrid-Antrieben für Flugzeuge verbündet.

200 Ingenieure sollen an dem Projekt arbeiten. Statt des kompletten Verzichts auf klassischen Treibstoff könnte also auch eine Kombination von Sprit und einer Batterie zum Zuge kommen, wie es bereits in einigen Automodellen der Fall ist.

In die Luft gebracht hat Airbus bereits einen elektrischen Flieger mit dem Namen E-Fan, an dessen Entwicklung Siemens auch beteiligt war. Die zweisitzige Maschine flog 36 Minuten über den Ärmelkanal zwischen Dover und Calais.

© DLR, Lesen Sie auch: DLR will Elektro-Flugzeug noch in diesem Jahr in die Luft schicken

Der US-Flugzeugbauer Boeing arbeitet an einem Flugzeug, das für den Start herkömmliche Flugzeugtriebwerke nutzt und erst in Reiseflughöhe auf elektrischen Antrieb umschaltet.

Und das Zentrum für Deutsche Luft- und Raumfahrt (DLR) will noch in diesem Jahr ein Elektro-Flugzeug abheben lassen. Das Modell soll vier Personen Platz bieten. Der Antrieb wurde bereits erfolgreich im Labor getestet.

Von: ch, dpa
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