Luft- und Raumfahrtindustrie setzt auf Digitalisierung

16.06.2016 - 17:20 0 Kommentare

Drohnen als Lieferboten, Ersatzteile aus dem 3D-Drucker, intelligente Wartung von Triebwerken - Industrie 4.0 beschäftigt auch die Luft- und Raumfahrtbranche. Vor allem ein Markt wächst rasant.

Brigitte Zypries (SPD), Koordinatorin der Bundesregierung für die deutsche Luft- und Raumfahrt, und Andreas Sedlmayr, Mittelstandsbeauftragter der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie - © © dpa - Sebastian Kahnert

Brigitte Zypries (SPD), Koordinatorin der Bundesregierung für die deutsche Luft- und Raumfahrt, und Andreas Sedlmayr, Mittelstandsbeauftragter der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie © dpa /Sebastian Kahnert

Die Luft- und Raumfahrtindustrie sieht Themen wie Digitalisierung und Industrie 4.0 als größte Herausforderung für die nächsten Jahre. Dabei gehe es nicht nur um technologische, sondern auch um gesellschaftspolitische Fragen, sagte Andreas Sedlmayr, Mittelstandbeauftragter des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) am Donnerstag in Dresden.

Vor allem mittelständische Unternehmen sollen für das Thema stärker sensibilisiert werden. Zum 11. Tag der deutschen Luft- und Raumfahrtregionen trafen sich mehr als 250 Vertreter aus Industrie, Politik und Wissenschaft in der sächsischen Landeshauptstadt. Im Mittelpunkt: die Digitalisierung.

Neue Regelungen für Drohnennutzung gefordert

Vor allem der Markt für unbemanntes Fliegen mit Drohnen wird nach Einschätzung Sedlmayrs in den nächsten Jahren rasant wachsen. "Darauf müssen wir uns vorbereiten." Derzeit liegt das Volumen den Angaben zufolge bei rund vier Milliarden Euro; in zehn Jahren sollen es laut Prognosen 96 Milliarden sein. Dabei seien neue Regelungen notwendig, wer etwa wo und wann eine Drohne aufsteigen lassen dürfe. Für den Einsatz ziviler Drohnen in Deutschland hatte zuvor unter anderem auch die Vereinigung Cockpit (VC) strengere Regeln verlangt.

© dpa, Stephanie Pilick Lesen Sie auch: Luftfahrtindustrie erreicht erneut Rekordzahlen

Die Luft- und Raumfahrtkoordinatorin der Bundesregierung, Brigitte Zypries (SPD), hob das "enorme Entwicklungspotenzial" der Digitalisierung hervor. Diese habe bereits zu bahnbrechenden Veränderungen in der Luft- und Raumfahrt geführt. Als Beispiele nannte sie Ersatzteile für Flugzeuge aus dem 3D-Drucker oder Chips, die den Verschmutzungsgrad von Turbinen und damit deren Wartungsrhythmus bestimmen.

Sachsen gilt mit rund 160 Unternehmen und Forschungseinrichtungen und fast 7000 Mitarbeitern als einer der wichtigen deutschen Standorte der Luft- und Raumfahrtindustrie. Unter anderem sind die Unternehmen im Bereich Aus- und Umrüstung von Flugzeugen sowie bei Tests von Flugzeug- und Raumfahrtstrukturen tätig. Bundesweit zählt die Branche rund 107.800 Mitarbeiter.

© dpa, Matthias Hiekel Lesen Sie auch: Elbe Flugzeugwerke sollen mehr A380 warten

Von: gk, dpa
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