Caterer weist Vorwurf der Tarifflucht zurück

LSG Sky Chefs Deutschland vor Aufspaltung

14.04.2011 - 12:37 0 Kommentare

Die Deutschland-Tochter des Lufthansa-Catering-Unternehmens LSG Sky Chefs, die LSG Deutschland, soll offenbar noch im ersten Halbjahr dieses Jahres aufgespaltet werden. Laut der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ist eine Zerschlagung des Caterers geplant - mit dem Ziel, die Personalkosten durch Tarifflucht zu senken. Das Unternehmen weist den Vorwurf zurück.

Catering an einem Airbus A380 durch LSG Sky Chefs - © © LSG -

Catering an einem Airbus A380 durch LSG Sky Chefs © LSG

Der Lufthansa-Caterer LSG Sky Chefs plant die Aufteilung seiner Deutschland-Tochter in Regionalgesellschaften. Die Gewerkschaft Verdi bezeichnete das Vorhaben als Fluchtversuch aus den bestehenden Tarifverträgen. Das Unternehmen wies den Vorwurf zurück und kündigte an, die Tarifregelungen sollten auch künftig Bestand haben.

Verdi-Informationen zufolge sollen zum 1. Juli dieses Jahres aus der LSG Sky Chefs Deutschland GmbH zwölf regionale Gesellschaften entstehen. Eine LSG-Sprecherin sagte dazu: «Wir planen in der Tat eine Neuausrichtung unserer Aktivitäten in Deutschland.» Details könne sie nicht nennen. «Es ist noch nicht final entschieden.» Es handele sich noch um interne Pläne und nicht um vollendete Tatsachen.

Zur angeblichen Tarifflucht sagte die Sprecherin: «Die bisherigen tariflichen Regelungen werden auch weiterhin Bestand haben.» Von einem Umbau wegen Personalkosten könne keine Rede sein. Verdi schreibt in einem Flugblatt an die in Deutschland 6.000 Mitarbeiter starke LSG-Belegschaft, die regionalen Gesellschaften müssten künftig «als Zielgröße eine operative Gewinnmarge von neun Prozent» erzielen.

Die LSG-Sprecherin berichtete, das Unternehmen wolle sich im Mai zu den Umbauplänen äußern. Laut Verdi wird die Lufthansa das Vorhaben bis dahin abgesegnet haben, der Aufsichtsrat entscheide Anfang Mai.

Sollten wie von Verdi dargestellt tatsächlich zwölf unabhängige Regionalgesellschaften entstehen, wäre es in Zukunft freilich deren eigene Entscheidung, an bisherigen Tarifstandards wie Bezahlung, Urlaubstagen oder Arbeitszeiten zu rütteln. Dem Verdi-Sprecher zufolge wäre es theoretisch nur eine Frage von Monaten, bis die ersten Regionalgesellschaften den bisherigen Arbeitgeberverband verlassen könnten und so nicht mehr an aktuelle Tarifabsprachen gebunden wären.

Seit Jahren wird immer wieder darüber spekuliert, ob sich die Lufthansa von den Sky Chefs trennt, die die Bordverpflegung für die Fluggäste liefern. Erst im März gab es erneut Spekulationen, als die Lufthansa im US-Geschäft des Caterers endgültig auf Geldforderungen verzichtet und dadurch einen steuerlichen Sondereffekt von 400 Millionen Euro verbucht hatte. Lufthansa-Finanzchef Stephan Gemkow zeigte sich Mitte März mit der Geschäftsentwicklung in der Sparte zufrieden. Jedoch gehöre die LSG nach wie vor nicht zum Kerngeschäft. Auch einen Verkauf schloss der Manager nicht aus.

Die Deutschland-Tochter der Sky Chefs mit Sitz im hessischen Neu-Isenburg gehört zur globalen Dachgesellschaft LSG Sky Chefs, die eigenen Angaben zufolge weltweiter Branchenprimus mit etwa 30 Prozent Marktanteil ist. Das Unternehmen mit insgesamt 30 000 Mitarbeitern beliefert 199 Flughäfen in 50 Ländern.

Von: dpa, dapd, AFP
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