Lowcost-Airlines verdienen mit der richtigen Flottenstrategie

15.07.2013 - 12:15 0 Kommentare

Zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren bei Billigfluggesellschaften zählen die Auswahl der Flotte und deren Finanzierung, wie eine aktuelle Studie zeigt. Ryanair beweist, dass sich damit sogar Geld verdienen lässt.

Der irische Ryanair-Chef Michael O'Leary posiert Montag (27.10.2008) in Berlin mit einem Modell-Flugzeug seiner Gesellschaft.

Der irische Ryanair-Chef Michael O'Leary posiert Montag (27.10.2008) in Berlin mit einem Modell-Flugzeug seiner Gesellschaft.
© dpa

Michael O'Leary, CEO Ryanair, und Ray Conner, Prasident und CEO Boeing Company, posieren am 19.3. 2013 nach einer Pressekonferenz in New York

Michael O'Leary, CEO Ryanair, und Ray Conner, Prasident und CEO Boeing Company, posieren am 19.3. 2013 nach einer Pressekonferenz in New York
© dpa - Andrew Gombert

Ryanair-Chef Michael O'Leary spricht am 19.3. 2013 auf einer Pressekonferenz in New York

Ryanair-Chef Michael O'Leary spricht am 19.3. 2013 auf einer Pressekonferenz in New York
© dpa - Andrew Gombert

Airbus A319 der Easyjet

Airbus A319 der Easyjet
© airliners.de - Oliver Pritzkow

Airbus A320neo in der Farben der easyJet.

Airbus A320neo in der Farben der easyJet.
© Airbus - Masterfilms

Carolyn McCall

Carolyn McCall
© airliners.de - Oliver Pritzkow

Der Begründer der Easyjet, Stelios Haji-Ioannou, vor einem Airbus A319.

Der Begründer der Easyjet, Stelios Haji-Ioannou, vor einem Airbus A319.
© dpa - Soeren Stache

Grafik eines Airbus A320neo in den Farben Lion Air

Grafik eines Airbus A320neo in den Farben Lion Air
© Airbus 2013 - Fixion

Grafik einer Boeing 737 MAX in den Farben der Lion Air

Grafik einer Boeing 737 MAX in den Farben der Lion Air
© Boeing

WestJet Boeing 737-700

WestJet Boeing 737-700
© AirTeamImages.com

Illustration einer Boeing 737 MAX 7 im Anstrich der Southwest Airlines

Illustration einer Boeing 737 MAX 7 im Anstrich der Southwest Airlines
© Boeing

In den letzten Jahren konnten Lowcost Carrier ein atemberaubendes Wachstum verzeichnen. Die richtige Flugzeugtypen-Wahl ist dabei zusammen mit einer intelligenten Finanzierung offensichtlich ausschlaggebend für den Erfolg, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Flugzeuge haben demnach trotz ihrer langen Lebensperspektive gerade in den Anfangsjahren einen hohen Wertverlust. Fluggesellschaften wie Easyjet oder Ryanair würden sich diesen Umstand nach Angaben des Schweizer Luftfahrtinformationsdienstleister ch-aviation zu Nutze machen, um mit einer intelligenten Finanzierungsstrategie Geld zu verdienen.

Durch das Bestellen stark rabattierter Großmengen würden Ryanair & Co. den Wertverlust ihrer Flotten annähernd komplett kompensieren. Beim Verkauf der Flugzeuge einige Jahre später würden die Fluggesellschaften dann sogar Geld verdienen, da die Maschinen dann oft auf dem Gebrauchtmarkt stark nachgefragt sind und zu einem Preis verkauft werden können, der sehr nahe am Bestellwert liegt. Manchmal liege der Preis sogar über dem ehemaligen Einkaufswert.

Branchenexperten sprechen daher bereits davon, dass bestimmte Lowcost Airlines durch diese Methode die Kapitalkosten für ihre Flugzeugflotten nahezu eliminiert haben. Wichtig ist, dass es dazu eines laufenden Austauschs gebrauchter Flugzeuge durch neue Maschinen bedarf und man auf besonders marktgängige Flugzeugtypen wie zum Beispiel die Boeing 737 oder den Airbus A320 setzt.

Airline Land Gründung Anzahl Flotte Alter (Jahre)
Ryanair Irland 1985 303 4,6
EasyJet Großbritannien 1995 190 4,7
Lion Air Indonesien 2000 92 4,9
WestJet Kanada 1995. 105 7,0
Southwest Airlines USA 1971 700 10,9

Tabelle: Durchschnittsalter der Flotte der Top-5 Lowcost-Airlines (nach Flottengröße). Datenquelle: ch-aviation.ch

Diese Strategie führt dazu, dass ein Merkmal besonders erfolgreicher Lowcost Carrier ihre immer junge Flotte ist. Das Durchschnittsalter der Flugzeuge bei Easyjet beträgt zum Beispiel aktuell gerade einmal 4,7 Jahre, bei Ryanair sind es 4,6 Jahre. Für viele kleinere Lowcost Carrier ist es dagegen mit einer geringeren Kapitalausstattung nicht möglich, über diese Art Geld zu verdienen und so sind die Flotten von Fluglinien wie etwa Iberia Express (14,8 Jahre) oder aber Jet2 (21,7 Jahre) deutlich älter.

Auch alteingesessene Fluglinien wie Lufthansa (Flottenalter 12,3 Jahre) oder British Airways (Flottenalter 13,3 Jahre) scheinen diese neue Form der Flugzeugfinanzierung noch nicht für sich entdeckt zu haben. Ihre Flotten sind meist auf lange Zeit finanziert und damit zur Gänze vom anfänglichen Wertverlust betroffen.

Zu der Studie passen die jüngsten Bestellungen von Ryanair und EasyJet aus Le Bourget. Ryanair hatte eine Bestellung über 175 Boeing 737-800 festgezurrt. Airline-Chef Michael O'Leary freute sich über hohe Rabatte für die alte 737-Version, liebäugelt aber auch mit der 737 MAX.

Easyjet hatte in Paris einen Auftrag über 135 Flugzeuge bei Airbus platziert, darunter auch die neue A320neo-Version. Easyjet-Gründer Stelios Haji-Ioannou war strikt gegen das Vorhaben, konnte sich aber nicht durchsetzen.

Link zur Studie: https://www.ch-aviation.ch/static/blog/lccfleets/leasingstudie_final.pdf

Von: airliners.de, ch-aviation
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