Transavia-Chef im Interview

"Low-Cost ist nach wie vor unterrepräsentiert in München"

10.02.2016 - 12:03 0 Kommentare

Die Low-Cost-Airline Transavia startet Ende März ihre Basis am Flughafen München. Warum die Entscheidung für den bayerischen Airport fiel und wie es weitergehen soll, wollte airliners.de vom Transavia-CEO Mattijs ten Brink wissen.

Mattijs ten Brink, CEO von Transavia - © © Transavia -

Mattijs ten Brink, CEO von Transavia © Transavia

Die französisch-niederländische Fluggesellschaft Air France-KLM macht der Lufthansa mit dem Billigflieger Transavia in Deutschland Konkurrenz. Ende März geht die neue Transavia-Basis am Flughafen München in Betrieb. Transavia-CEO Mattijs ten Brink stellte sich jetzt den Fragen von airliners.de.

Warum haben Sie sich jetzt neben den vorhandenen Basen in Holland und Frankreich für Deutschland und ausgerechnet für München entschieden?
Mattijs ten Brink: Neben der Tatsache, dass München eine wunderschöne Stadt ist, gibt es mehrere Gründe, die den Flughafen für uns zur idealen Basis in Deutschland machen: Das Low-Cost-Segment ist nach wie vor unterrepräsentiert in München. Transavia bietet ein überzeugendes Produkt mit herausragendem Service, ein vielfältiges Streckennetz und unterschiedlichste Reisemöglichkeiten – egal ob man beruflich oder privat unterwegs ist – und das alles zu besonders günstigen Preisen. Das gab es hier in dieser Form vorher nicht.

Die Nachfrage danach ist hoch – zum einen, weil die Leute einfach gerne reisen, zum anderen auch durch die zahlreichen, hier ansässigen Firmen, die entsprechenden Bedarf für Geschäftsreisen haben. Außerdem ist das Einzugsgebiet des Münchner Flughafens mit 26 Millionen potenziellen Passagieren sehr groß. Und nachdem wir für unsere Kunden in jeder Hinsicht gut erreichbar sein wollen, war die Ansiedlung an einem internationalen Flughafen die logische Konsequenz für uns.

Wie schwer wird es für Transavia in München, sich neben Lufthansa, Air Berlin und Condor durchzusetzen? Gibt es da eine "Kriegskasse" für Billigangebote oder machen Sie das nicht über den Preis?
ten Brink: Uns ist durchaus bewusst, dass es in Deutschland Airlines gibt, die durch ihre lange Geschichte und starke Markenbekanntheit ein hohes Maß an Loyalität ihrer Kunden genießen. Trotz unseres fünfzigjährigen Bestehens und unserer Erfolgsgeschichte in anderen Märkten ist Transavia in Deutschland noch relativ unbekannt. Deshalb haben wir Kampagnen gestartet, um uns und unsere Marke vorzustellen. Wir haben unsere Kunden in Europa bereits so überzeugt, dass sie immer wieder zu uns zurückkehren. Wir sehen keinen Grund, warum das in Deutschland anders sein sollte.

Sie suchen aktuell noch Personal. Ist es im teuren München schwer, Leute für einen Billigflieger wie Transavia zu finden?
ten Brink: Wir bekommen derzeit gutes Feedback von unseren Recruitern aus München. Transavia wird als sehr attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen, der Mitarbeitern ein überzeugendes Gesamtkonzept bietet. Wir sind überzeugt, dass wir für unseren Flugbetrieb aus München die Flugbegleiter, Purser und Kapitäne finden, die unser Verständnis von Gastfreundschaft leben und unsere höchsten Standards, insbesondere bei der Sicherheit, teilen. Dafür schnüren wir unseren Mitarbeitern ein attraktives Paket mit branchenüblicher Vergütung, attraktiven Sozialleistungen und dynamischen Weiterentwicklungsmöglichkeiten.

© Transavia, Lesen Sie auch: Transavia sucht Crews für den Standort München

Im ersten Jahr peilen Sie eine Million Passagiere in München an. Wie soll es in Deutschland in den Folgejahren weitergehen?
ten Brink: Unser Flugbetrieb ab München beginnt Ende März pünktlich zum Osterwochenende, die Buchungszahlen sind bis jetzt vielversprechend. Nichtsdestotrotz ist es derzeit noch zu früh, irgendwelche Vorhersagen zu treffen oder konkrete Expansionspläne bekannt zu geben. Wir können aber sagen, dass wir die Marktsituation aufmerksam verfolgen und über mehrere Optionen für potenzielle weitere Basen in Europa nachdenken.

Wollen Sie in absehbarer Zeit auch innerdeutsch fliegen?
ten Brink: Als Low-Cost-Airline, die pan-europäisch Flüge für Geschäfts- und Urlaubsreisen anbietet, haben wir ein erfolgreiches Businessmodell, an dem wir festhalten möchten.

Zur Person

Mattijs ten Brink ist seit dem 1. August 2013 Chief Executive Officer von Transavia. Davor arbeitete er als Senior Vice President Sales & Distribution für AFKL Cargo. Seine Karriere bei KLM Cargo begann er 1996. Er bekleidete verschiedene Managementpositionen und war in seiner Position als Senior Vice President World Wide verantwortlich für die weltweiten Aktivitäten von AFKL Cargo. Seine berufliche Laufbahn begann er 1989 als Management Trainee bei der Royal Nedlloyd Reederei Gruppe. 1993 wechselte er zum global tätigen Logistikunternehmen UPS. Dort war er als Director Commercial für die Niederlande tätig. Mattijs ten Brink ist Mitglied des Supervisory Board von Transavia in Frankreich und Mitglied des Supervisory Board von JamboJet, der Low Cost Airline von Kenia Airways.

Von: gk
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