Low-Cost-Carrier sollen 2017 für mehr Passagiere sorgen

02.01.2017 - 13:05 0 Kommentare

Billigflieger werden in diesem Jahr mehr Passagiere an die deutschen Airports bringen. Davon geht die ADV aus. Der Flughafenverband gibt für 2017 noch weitere Prognosen ab.

Passagiere warten am Flughafen in Düsseldorf. - © © dpa - Roland Weihrauch

Passagiere warten am Flughafen in Düsseldorf. © dpa /Roland Weihrauch

Vor allem Billigflieger werden in diesem Jahr laut einer Prognose mehr Passagiere an die größeren deutschen Airports holen. Die Zahl aller Passagiere werde 2017 erneut um rund drei Prozent zulegen, prognostizierte der Flughafenverband ADV jetzt in Berlin. Die Zahl der Flugbewegungen werde um knapp zwei Prozent steigen und die Menge der beförderten Fracht um drei Prozent.

Das entspricht in etwa den Entwicklungen aus dem Jahr 2016. Bis einschließlich November hatten die 22 ADV-Mitgliedsflughäfen mit gut 207 Millionen Gästen drei Prozent mehr Passagiere abgefertigt als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der gewerblichen Flugbewegungen hatte um etwa zwei Prozent zugelegt und das Cargo-Aufkommen um drei Prozent.

Frankfurt und München haben Anteile verloren

Der Verband geht davon aus, dass vor allem günstige Airlines den deutschen Flughäfen mehr Passagiere bringen werden. Die Billigflieger wollen weiter wachsen und drängen dabei zunehmend von den kleineren Airports auf die großen Drehkreuze.

© Flughafen Köln/Bonn, Lesen Sie auch: Billigflieger erobern Europa immer weiter

Vor allem ein starkes Angebot von Low-Cost-Carriern in Kombination mit einem soliden Angebot von Linienflügen gilt dem ADV als Voraussetzung für weiteres Wachstum. 2016 hatten vor allem die großen Drehkreuze Frankfurt und München wegen ihres geringen Billigfliegeranteils Marktanteile verloren. An beiden Standorten bauen aber Anbieter wie Ryanair oder die Lufthansa-Tochter Eurowings das Billigsegment aus.

Verband zieht Bilanz für Sommerflugplan

Laut der ADV-Analyse für den Sommerflugplan 2016 (April bis Oktober) machten sich bei den interkontinentalen Strecken vor allem die abgesagten Veranstalterflüge in die nordafrikanischen Zielgebiete Ägypten und Tunesien bemerkbar. Innerdeutsche und europäische Ziele waren hingegen deutlich beliebter als ein Jahr zuvor.

© dpa, Peter Steffen Lesen Sie auch: Politische Lage wirkt sich stark auf Flugziele deutscher Urlauber aus

Die Kunden buchten auf europäische Ziele um und kauften hier verstärkt Tickets bei den Billigfliegern. Es zeige sich immer deutlicher, dass deren Angebote besser zu einem sich verändernden Reiseverhalten der Touristen passen, folgerte der Verband. Hotels, Ferienwohnungen oder Mietwagen könnten über modulare Online-Portale zum Flug hinzugebucht werden und machten es leicht, sich von den Pauschalangeboten der Touristikunternehmen zu lösen.

Von: ch, dpa
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