"Flüge auf die Züge"

Linke will Kurzstreckenflüge verbieten

22.06.2012 - 12:48 0 Kommentare

Die Linke hat im hessischen Landtag sowie im Bundestag eine Postkartenaktion unter dem Motto "Flüge auf die Züge" gestartet. Auch die Grünen fordern "wirksame Alternativen" für Flugreisen innerhalb Deutschlands. Dabei vergessen die Parteien, dass auch andere Verkehrsträger Lärm verursachen.

Fluglärm-Flugblatt der Linken-Fraktion im Bundestag.

Fluglärm-Flugblatt der Linken-Fraktion im Bundestag.
Die Linke

Hermann Schauss (Die Linke) protestiert gegen Fluglärm und für ein Nachflugverbot in der Rhein-Main-Region.

Hermann Schauss (Die Linke) protestiert gegen Fluglärm und für ein Nachflugverbot in der Rhein-Main-Region.
http://www.hermann-schaus.de

Die hessische Linke will Kurzstreckenflüge auf die Schiene verlagern. "In ihrem Wahn, den Frankfurter Flughafen auf Biegen und Brechen weiter auszubauen, haben die politisch Verantwortlichen die große Chance, die in der Verlagerung der Kurzstreckenflüge liegt, sträflich vernachlässigt", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Landtagsfraktion, Hermann Schaus, am Donnerstag in Wiesbaden.

Mit dem bestehenden Bahnfahrplan könnten sofort 16 Prozent aller Flüge durch Bahnfahrten ab Frankfurt/Main Hauptbahnhof mit weniger als vier Stunden Reisezeit ersetzt werden. Hessen sei größter Aktionär der Fraport. Die Linke forderte daher die Landesregierung auf, "konkrete Schritte zur Realisierung des Verlagerungspotenzials zu ergreifen" und startete im Landtag und im Bundestag eine Postkartenaktion unter dem Motto "Flüge auf die Züge".

Die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Fraktion habe ergeben, dass im letzten Jahr rund 30 Prozent aller Flüge im Entfernungsbereich unter 500 Kilometern durchgeführt wurden. 17 Prozent lagen im Bereich unter 400 Kilometern und knapp neun Prozent sogar im Bereich von weniger als 300 Kilometern. "Alle diese Flüge könnten auf die Bahn verlagert werden, betonte Schaus.

"Obwohl die große Anzahl der unsinnigen Flugreisen innerhalb Deutschlands längst sowohl von der Luftverkehrswirtschaft als auch der Politik registriert wurde, gibt es immer noch keine wirksamen Alternativen dagegen", kritisierte auch der für Flughafenfragen zuständige Grünen-Abgeordnete Frank Kaufmann.

Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Ulrich Caspar, bezeichnete die Überlegungen der Linken dagegen als "eine theoretische Spielerei ohne absehbaren praktischen Nutzen". Trotz massiver Subventionen der Bahn habe sich aber bislang nur eine teilweise Verlagerung zu Bahnfahrten ergeben.

Zudem sei es "unredlich, die Lärmbetroffenen durch Fluglärm einerseits und Bahnlärm andererseits gegeneinander auszuspielen", betonte Caspar. Zudem würden die Linken vergessen, dass bei einem Verbot von Kurzstreckenflügen viele Menschen auch auf das Auto ausweichen würden.

Im Vergleich mit anderen Verkehrsträgern ist das Flugzeug für die meisten Bürgerinnen und Bürger tatsächlich die kleinste Belastung: Nach Angaben des Umweltbundesamts sind über 4,2 Millionen Menschen in Deutschland Nachts von Straßenlärm belastet. Mehr als 3,7 Millionen sind von Bahnlärm Bahn betroffen. Der Luftverkehr belastet dagegen nur rund 260.000 Menschen.

Von: airliners.de mit dapd
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