Liebesgrüße nach Frankfurt - Im Internationalen Postzentrum am Rhein-Main-Flughafen landen Postkarten aus aller Herren Länder

04.08.2006 - 10:00 0 Kommentare

Frankfurt/Main (ddp). Die Stadt Frankfurt ist nicht gerade als Urlauberparadies bekannt. Die Deutschen verbringen ihre Ferien eher in Italien, Spanien oder in der Türkei. Aber egal, wie weit es sie in die Ferne zieht - ob nach Bali, Madagaskar oder auf die Galapagos-Inseln - ihre Postkartengrüße aus aller Welt kommen an Frankfurt nicht vorbei. Im Internationalen Postzentrum (IPZ) am Frankfurter Flughafen landen alle Ansichtskarten und werden dort für den Weitertransport ins übrige Bundesgebiet vorsortiert.

Während in anderen Betrieben in den Sommerferien schon mal ein bisschen kürzer getreten wird, herrscht in Deutschlands postalischem Tor zur Welt Hochbetrieb. Täglich sortieren die 1700 Mitarbeiter des IPZ etwa 2,5 Millionen Briefe, 7000 Pakete und 18 000 Päckchen. Im Monat August kommen an Spitzentagen noch einmal 500 000 Urlaubspostkarten dazu. Im gesamten Jahr durchlaufen rund 63 Millionen Postkartengrüße aus aller Welt die hochmoderne Sortieranlage des IPZ.

Dabei werden die Kartengrüße immer extravaganter. «Im Trend liegen ganz klar ausgefallene Formate», sagt IPZ-Sprecher Stefan Heß. Von Portugal oder Sardinien werden häufig Kartengrüße aus Kork geschickt, aus anderen Mittelmeerländern gehen Muscheln mit Grußworten auf Reisen. Auch die klassische Flaschenpost gibt es noch, allerdings zeitgemäß in verschweißten Plastikflaschen mit Adressaufkleber. «Wir haben sogar schon eine lackierte Kokosnuss ausgeliefert. Die war zwar nicht frankiert, aber wir haben sie aus Kulanzgründen trotzdem kostenfrei zugestellt, weil es ein schöner Gag war», verrät Heß.

Weniger spaßig wird es, wenn Empfänger auf dringliche Sendungen warten, wie etwa ein eigens in Thailand angefertigtes Hochzeitskleid oder eine für die Beisetzung erwartete Urne aus Spanien. Dann krabbeln die IPZ-Mitarbeiter schon mal durch die Berge von Päckchen und Paketen, um nach der begehrten Ware zu suchen.

Meist holen die Empfänger die Sendung dann selbst ab oder beauftragen einen Kurierdienst. Wie etwa im Februar, als ein Kölner Karnevalsverein auf seine Kostüme aus Südamerika wartete. «Das Paket hatte der Zoll in der Mache», erinnert sich Heß. Denn für Luftfracht aus «rauschgiftverdächtigen Ländern» interessieren sich die Zollfahnder besonders. Der Zoll hat gar eine eigene Abteilung im IPZ - 50 bis 70 Zöllner nehmen täglich die für sie verdächtige Ware unter die Lupe.

Im IPZ wird aber nicht nur die eingehende Post, sondern auch die Luftfracht für die große weite Welt auf den Weg gebracht. Dabei müssen die Absender nicht zwangsläufig aus Deutschland kommen. Denn die Zuverlässigkeit des deutschen Verteilerzentrums hat sich herumgesprochen. So lassen nicht weniger als elf Länder ihre Auslandspost zumindest teilweise in Frankfurt vorsortieren und verschicken, darunter China, Indien, Kanada und Schweden. Malta und Luxemburg lassen ihre Post gar komplett in der Mainmetropole erledigen. «Die beiden Länder haben einfach keinen so hohen Bedarf, als dass sich das für sie alleine lohnen würde», sagt Heß.

Auch andere Länder haben Interesse an der modernen Sortieranlage, die einen großen Zeitgewinn mit sich bringt. «Die Japaner geben sich hier die Klinke in die Hand», sagt Heß. Denn das Land im Fernen Osten wolle seine Briefzustellung liberalisieren. Auch die USA lassen ihre komplette Paketpost nach Europa seit dem vergangenen Jahr von Frankfurt aus zustellen. An seiner Kapazitätsgrenze ist das IPZ dabei noch nicht angelangt. In den fünf Stockwerken des 35 Meter hohen Gebäudes könnten noch mehr Briefe und Pakete sortiert werden. Daran ändern auch die zahlreichen Urlaubsgrüße im Sommer nichts.

Von: ddp
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