Liberale setzen im Berliner Wahlkampf auf Tegel-Weiterbetrieb

14.09.2016 - 10:00 0 Kommentare

Wegen ihres Einsatzes für einen Weiterbetrieb des Flughafens Tegel hofft die FDP auf einen Wiedereinzug ins Berliner Abgeordnetenhaus. Für den Chef der Bundes-FDP, Christian Lindner, ist Tegel mehr als nur ein Airport.

Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP. - © © FDP -

Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP. © FDP

FDP-Chef Christian Lindner geht davon aus, dass seine Partei mit der Kampagne für den Weiterbetrieb des Flughafens Tegel am Sonntag die Rückkehr ins Berliner Landesparlament schafft. "Wenn Berlin die Hauptstadt für innovative Unternehmensgründungen sein will, dann braucht man die entsprechende Infrastruktur, auch für Geschäftsreisende. Dann kann man es sich nicht erlauben, dass ein city-naher funktionierender Airport geschlossen wird", sagte Lindner der DPA. Viele Bürger hätten für dieses Thema "ein besseres Gefühl als ihre derzeitige Regierung und das Abgeordnetenhaus, das die Schließung einfach so passieren lässt".

Die Berliner FDP war vor fünf Jahren mit nur 1,8 Prozent der Stimmen aus dem Abgeordnetenhaus geflogen. Derzeit liegt sie in Umfragen bei fünf Prozent, muss also um den Einzug in das Landesparlament zittern. Neu gewählt wird es am Sonntag, 18. September.

© dpa, Patrick Pleul Lesen Sie auch: Vor der Wahl: So stehen die Berliner Parteien zum Luftverkehr

Der Chef der seit 2013 auch nicht mehr im Bundestag vertretenen Liberalen empfindet die Debatte über eine Schließung des Flughafens Tegel als symptomatisch. "Ich werbe für eine neue Mentalität in Deutschland. Wir brauchen mal wieder Mehrheiten für etwas, nicht nur gegen etwas. Wir können nicht immer nur Chancen vorbeiziehen lassen - Tegel ist dafür ein Symbol."

Viele Metropolen hätten zwei oder mehr Flughäfen - in Berlin dagegen sei überhaupt nicht absehbar, wann der Pannen-Airport BER funktioniere. "Wenn der BER dereinst tatsächlich noch zu unseren Lebzeiten eröffnet werden sollte, wird er sofort wieder am Ende seiner Kapazität sein", sagte Lindner. "Zu glauben, dass der BER dann schnell erweitert werden kann - das ist doch Wunschdenken."

Nach gegenwärtigem Stand soll der neue Hauptstadtflughafen BER Ende 2017 endlich an den Start gehen. Die nächste Aufsichtsratssitzung der Betreibergesellschaft steht am 7. Oktober - also drei Wochen nach der Wahl in Berlin - an. Flughafenchef Karsten Mühlenfeld hatte im März angekündigt, im Oktober einen konkreten Termin für die BER-Eröffnung nennen zu wollen. Unlängst hatte die Lufthansa eine Verschiebung der Inbetriebnahme um ein halbes Jahr gefordert.

Von: dpa, gk
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