"Verhandlungen vor dem Scheitern"

LH-Flugbegleiter fordern Tarifangebot

26.07.2010 - 16:25 0 Kommentare

Das Kabinenpersonal der Lufthansa hat im Tarifstreit ein "verhandelbares Angebot" gefordert. Sollte der Konzern nicht bis Ende August einlenken, werde man über kurzfristige Arbeitskampfmaßnahmen nachdenken, erklärte die Gewerkschaft UFO.

Lufthansa-Fahnen wehen vor dem Flughafen Frankfurt - © © dpa, F. Rumpenhorst -

Lufthansa-Fahnen wehen vor dem Flughafen Frankfurt © dpa, F. Rumpenhorst

Im Tarifkonflikt des Lufthansa-Kabinenpersonals hat die Spezialgewerkschaft UFO ultimativ ein verhandelbares Angebot des Konzerns verlangt.

Sollte es bis zum nächsten Gesprächstermin Ende August kein Einlenken geben, stünden die Verhandlungen vor dem Scheitern und die Gewerkschaft werde «gegebenenfalls auch über kurzfristige Arbeitskampfmaßnahmen nachdenken müssen», hieß es am Montag in einer Mitteilung.

Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) will unter anderem bessere Arbeitsbedingungen für rund 16.000 Stewards und Stewardessen durchsetzen. 

Die Lufthansa und UFO setzen ihre Tarifverhandlungen Ende August fort. «Wir haben uns auf den 30. und 31. August als nächsten Verhandlungstermin geeinigt», sagte der Leiter Tarifpolitik und Recht bei UFO, Joachim Müller, am Montag der Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Die sechste Verhandlungsrunde sei am Freitag ohne konkrete Ergebnisse beendet worden.

Die Lufthansa habe zwar ein Angebot vorgelegt und einzelne Forderungen der Gewerkschaft aufgegriffen. Doch die Kernforderungen nach einer gerechteren Verteilung von Arbeit und Bezahlung und einer Entlastung der Beschäftigten seien nicht erfüllt worden, sagte Müller. Lufthansa ist nach UFO-Angaben weiterhin vor allem daran interessiert, die Personalkosten um zehn Prozent zu senken.

Nach Angaben von Deutschlands größter Fluggesellschaft ist das vorgelegte Angebot der gegenwärtigen Situation «angemessen und beinhaltet Vorschläge zur geforderten Belastungsreduzierung und Arbeitsplatzsicherheit». Aber es müssten auch die Kabinenbeschäftigten einen Beitrag zur Verbesserung der strukturellen Wettbewerbsfähigkeit leisten, sagte eine Sprecherin.

Lufthansa will den mit UFO bestehenden Vergütungstarifvertrag bis 31. Dezember 2011 fortschreiben und den Beschäftigten bis Ende 2012 den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen zusagen. Bis zu diesem Zeitpunkt soll auch der Manteltarifvertrag verlängert werden.

Mit den Gewerkschaften Verdi (vor allem für das Bodenpersonal) und Vereinigung Cockpit (für die Piloten) hatte Lufthansa vor wenigen Wochen Abschlüsse erzielt, die unter anderem eine Nullrunde vorsehen.

Von: dpa, ddp
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