Zu wenig Überflugrechte für Russland

LH Cargo und Aerologic müssen Umplanen

23.03.2012 - 17:23 0 Kommentare

Lufthansa Cargo und Aerologic müssen ihre Flugpläne umbauen. Beide Gesellschaften haben für den Sommerflugplan nicht genügend Überflugrechte aus Russland erhalten. Nun soll der Fernost-Verkehr zum Teil über Kasachstan abgewickelt werden.

Nächtliche Beladung einer MD-11F der Lufthansa Cargo am Flughafen Frankfurt/Main - © © dpa - Marc Tirl

Nächtliche Beladung einer MD-11F der Lufthansa Cargo am Flughafen Frankfurt/Main © dpa /Marc Tirl

Fehlende Überflugrechte für Russland zwingen die Frachtfluggesellschaft Lufthansa Cargo zum kurzfristigen Umplanen. "Im Sommerflugplan führen wir 11 unserer rund 30 Flüge pro Woche nach Fernost nun über Kasachstan statt über Russland durch", sagte ein Sprecher der Lufthansa-Tochter am Freitag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Der Sommerflugplan tritt an diesem Sonntag (25. März) in Kraft. Die Überflug-Genehmigungen aus Russland waren bis zuletzt ausgeblieben. Cargo-Chef Karl Ulrich Garnadt hatte als mögliche Ursache dafür den Streit um den europäischen Emissionshandel in der Luftfahrt genannt, gegen den sich Russland und andere Länder erbittert wehren.

Die Fluggesellschaft AeroLogic, ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Cargo und der Deutschen Post DHL, muss dem Sprecher zufolge seinen Flugplan auf diesen Strecken sogar komplett umbauen. Bei AeroLogic war niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Üblicherweise legen die Frachtflieger von Lufthansa und AeroLogic auf den wichtigen Verbindungen nach China, Südkorea und Japan einen Zwischenstopp im russischen Krasnojarsk ein. Weil die russischen Behörden ihre Zustimmung bis Freitag nicht erteilt hatten, finden mehrere Zwischenlandungen nun am kasachischen Flughafen Almaty statt.

Cargo-Chef Garnadt hatte sich am Mittwoch nicht darauf festgelegt, dass die Probleme mit dem russischen Überflugrechten tatsächlich im Handelsstreit zwischen der EU und Ländern wie USA, Russland und China begründet ist. Seit Jahresbeginn müssen Fluggesellschaften aus aller Welt Emissionsrechte für alle Flüge kaufen, die in der EU beginnen oder enden. Dagegen haben viele Staaten Protest eingelegt, darunter Russland. Allerdings hatte Lufthansa Cargo bereits in der Vergangenheit Probleme, von den dortigen Behörden die gewünschten Überflugrechte zu erhalten.

Von: dpa-AFX
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