LGW diskutiert Airbus-Ausflottung

Exklusiv 22.06.2018 - 14:30 0 Kommentare

Die Eurowings-Airline LGW will nach airliners.de-Informationen bis zum kommenden Frühjahr die Airbus-Jets aus der Flotte verbannen. Sie sollen zu anderen Flugbetrieben der Lufthansa-Billigplattform gehen.

Ein A320 der Eurowings.  - © © Eurowings -

Ein A320 der Eurowings. © Eurowings

Bei der Eurowings-Tochter LGW (Luftfahrtgesellschaft Walter) gibt es konkrete Überlegungen, die vorhandenen Airbus-Jets auszuflotten. Darüber soll das Management bereits die Personalvertretung informiert haben, erfuhr airliners.de aus Unternehmenskreisen. Der Carrier selbst äußert sich dazu nicht eindeutig.

Die Airbus-Flotte der gesamten Eurowings Group wolle man "zu einheitlichen Bedingungen" betreiben. Daher "bewerte" man aktuell das Szenario, dass die "A320-Wachstumsflugzeuge in die bereits bestehende A320 Flotte der Eurowings und Germanwings" integriert werden.

Meldungen über Pilotenmangel

Die ehemalige Air-Berlin-Regionaltochter LGW wurde im Zuge der Insolvenz des Berliner Carriers von Eurowings übernommen und fliegt neben den 20 Turbopropflugzeugen seit Dezember auch gut ein Dutzend Airbus-Jets.

Zuletzt gab es Spekulationen über einen akuten Personalmangel in den Cockpits der LGW-Airbusse, weshalb nach airliners.de-Informationen nur noch etwa die Hälfte derer registrierten Maschinen abheben. Eurowings will sich zu den Meldungen nicht äußern.

18 Millionen Euro gab Lufthansa für LGW aus

LGW kooperierte seit Oktober 2007 mit der Air Berlin Group, die das Marketing und den Vertrieb übernahm. Ab 2009 flog LGW ausschließlich unter "AB"-Flugcode - vor allem innerdeutsch. Im Frühjahr vergangenen Jahres hat der Berliner Krisen-Carrier LGW für einen "symbolischen Betrag" übernommen.

Nach der Pleite der Air Berlin kaufte der Lufthansa-Konzern die LGW für rund 18 Millionen Euro und integrierte sie samt ihrer 700 Mitarbeiter in die Billigplattform Eurowings. Dort fliegt sie innereuropäisch mit den Dash- und auch den Airbus-Maschinen.

LGW übernahm Mietvertrag der Ex-Mutter

Die Airbus-Jets flottete LGW erst ab Dezember ein. Dies missfiel vielen Piloten und führte zu einer Verbandsklage der Vereinigung Cockpit (VC), weil dies ihrer Meinung nach einen Verstoß gegen die 2013 beschlossene "Geschäftsfeldabgrenzung" darstellte.

Vorrangiges Ziel der Airbus-Einflottung bei LGW: Die Airline übernahm damit den Wet-Lease der insolventen Ex-Mutter für Eurowings. Dieser begann im Februar vergangenen Jahres und endete mit der Einflottung aller 13 Jets bei der LGW im Dezember.

Von: cs
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