Außenstartgenehmigung erteilt

Letzte Flugzeuge dürfen von Tempelhof starten

17.11.2008 - 18:19 0 Kommentare

Vom geschlossenen Berliner Flughafen Tempelhof werden noch einmal Flugzeuge abheben. Die zwei Antonov AN-2 sowie eine Beechcraft, die den letzten Abflug vor der Schließung aus Wettergründen versäumt hatten, dürfen doch noch starten, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Montag mitteilte. Einen Termin für den offiziell als "Außenstart" bezeichneten Abflug der Maschinen gibt es aber noch nicht.

Eine von drei verbliebenen Flugzeugen auf dem geschlossenen Flughafen Tempelhof. - © © dpa -

Eine von drei verbliebenen Flugzeugen auf dem geschlossenen Flughafen Tempelhof. © dpa

Der älteste Verkehrsflughafen der Welt war in der Nacht zum 31. Oktober geschlossen worden. Die Piloten der drei Maschinen hatten wegen der tief hängenden Wolkendecke nicht mehr starten können. Die Flughafengesellschaft sah darin eine «Provokation» und drohte, die Maschinen müssten per Tieflader weggeschafft werden.

Nach Auslaufen der Betriebsgenehmigung musste ein Start von dem ehemaligen Flughafengelände gesondert beantragt und genehmigt werden. Ebenfalls erforderlich war, dass der Bund und das Land Berlin als Eigentümer des Areals ihre Zustimmung erteilen.

Nun dürfen sie doch fliegen, müssen sich den Angaben zufolge jedoch auf einen gemeinsamen Termin einigen, der aber nicht auf ein Wochenende fallen darf. Abheben dürfen die Maschinen in der Zeit von 8.00 Uhr bis Sonnenuntergang. Dabei sind die jeweiligen Starts durch die Piloten so zu koordinieren, dass sie unmittelbar aufeinander erfolgen.

«Das ist jetzt erst einmal ein Organisationsproblem», sagte der Pilot Detlef Bosin, dessen Maschine - eine Beechcraft Bonanza - noch auf dem Rollfeld steht. Er erreiche die beiden anderen Piloten nicht, hoffe aber, mit ihnen an diesem Dienstag starten zu können. Laut Senat müssen die Behörden 24 Stunden vor einem Termin über den geplanten Abflug informiert werden.

Tempelhof war nach 85 Jahren geschlossen worden, weil Berlin seinen Flugverkehr auf dem künftigen Hauptstadtflughafen im brandenburgischen Schönefeld konzentrieren will. Die Schließung war in der Stadt heftig umstritten. Seit der Luftbrücke 1948/49, als das von den Sowjets abgeriegelte West-Berlin aus der Luft versorgt wurde, gilt der Flughafen vielen als Symbol für den Freiheitswillen und das Durchhaltevermögen der Stadt.

Der erneute letzte Abflug wird nun ein Privileg der Piloten, denn gemäß der Außenstartgenehmigung der Gemeinsamen Oberen Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg dürfen nach Bosins Worten nur die im Antrag genannten Personen bei dem Flug in den Maschinen sitzen. Eine Vermarktung der Flüge an Touristen oder Tempelhof-Freunde komme nicht infrage. «Es gibt unglaublich viele Interessenten», sagte Tilo Schmidt von «Air Tempelhof». «Aber wir dürfen das nicht kommerziell ausschlachten.» Ein roter Antonov-Doppeldecker des Unternehmens steht noch in Tempelhof, ebenso wie eine grüne Maschine gleichen Typs eines Strausberger Unternehmens.

Von: dpa, ddp
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Der Hamburger Flughafen hat 2015 rund 15,6 Millionen Passagiere abgefertigt. Hamburg: Nachtflugverbot wird nicht ausgeweitet

    Die Wirtschaftsbehörde spricht sich gegen einen Vorschlag der Fluglärmschutzkommission aus, wonach das geltende Nachtflugverbot am Airport Hamburg um eine halbe Stunde ausgeweitet werden sollte. Flughafenchef Eggenschwiller hatte die Idee zuvor deutlich kritisiert.

    Vom 05.12.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus