Leipzig/Halle erhält zwei AN-124-Anbieter

24.11.2016 - 15:10 0 Kommentare

Ruslan Salis GmbH vermarktet Frachtflüge per Großtransporter ab Leipzig/Halle - doch jetzt ist das Unternehmen zerbrochen. Hintergrund sind bereits bekannte Streitigkeiten zweier Airlines.

Beladung einer Antonov AN-124 auf dem Flughafen Leipzig/Halle. - © © dpa - Hendrik Schmidt

Beladung einer Antonov AN-124 auf dem Flughafen Leipzig/Halle. © dpa /Hendrik Schmidt

Das seit 2006 bestehende Leipziger Gemeinschaftsunternehmen Ruslan Salis ist in der bisherigen Form zerbrochen. Das berichtet "Cargo Forwarder Global". Demnach verlässt die ukrainische Antonov Airlines das mit der russischen Volga-Dnepr ursprünglich geschlossene Joint-Venture zum 1. Januar 2017. Dieses bleibt pro Forma weiter bestehen, vermarktet aber nur noch die AN-124-Flotte von Volga-Dnepr.

Hintergrund des Zerfalls sind Streitigkeiten zwischen den beiden Airlines, die bereits im September bekannt geworden waren. Damals kündigt Antonow-Chef Alexander Kotsuba an, jegliche Form der Zusammenarbeit zwischen seiner Firma und der russischen Flugzeugindustrie einzustellen.

Es geht um Transportaufträge für EU und Nato

Die in Schkeuditz bei Leipzig ansässige Ruslan Salis hat seit 2006 die Frachtkapazitäten der AN-124-Flotten von Volga-Dnepr und Antonov Airlines vermarktet. Vertragsgrundlage ist, dass die zwei Frachtfluggesellschaften Transportaufträge für die EU und einen Teil der Nato-Staaten durchführen.

Dies wurde aufgrund eines Engpasses notwendig, weil weder die EU noch die Nato über genügend eigene Großfrachter verfügen, um ihre in Krisengebieten tätigen Einsatzkräfte oder ziviles Personal mit Geräten und Gütern laufend zu versorgen. Eine Transportlücke, die die Betreiber der Antonov-Großfrachter im Rahmen von Ruslan Salis bisher genutzt haben.

Zwei Großfrachter sind permament in Leipzig/Halle stationiert

In dem bisher gültigen Vertrag verpflichteten sich Volga-Dnepr und Antonov Airlines, permanent mindestens zwei ihrer Großfrachter am Airport Leipzig/Halle für eilige Einsätze vorzuhalten. Im Bedarfsfall kann die Teilflotte auf bis zu sechs Einheiten aufgestockt werden - etwa bei Tsunamis oder Erdbeben, wenn eine Vielzahl von Hilfsgütern, schweres Gerät sowie Rettungskräfte schnell zum Einsatzort gebracht werden müssen.

Durch das kommende Aus der bisherigen Zusammenarbeit beider Frachtgesellschaften entstehen der EU und Nato jedoch keine Versorgungsnachteile. Laut Neuregelung übernimmt Volga-Dnepr das Gemeinschaftsunternehmen Ruslan Salis komplett, während Antonov Airlines ein neues Vertriebsbüro in England namens Dreamlifts Ltd. zwecks Vermarktung ihrer Teilflotte einrichten wird.

© dpa, Jan Woitas Lesen Sie auch: Leipziger Gemeinschaftsunternehmen Ruslan Salis vor Auflösung

Das separate Transportabkommen zwischen der EU/Nato und einerseits Volga-Dnepr (Ruslan Salis) und andererseits Antonov Airlines gilt bis 2019, mit der Option auf Verlängerung. Entsprechend der bisherigen Regelung sieht es weiterhin die Stationierung von mindestens zwei AN-124 in Leipzig/Halle sowie der bereits erwähnten Option vor. Laut der neuen Übereinkunft entfallen 60 Prozent der Einsatz- und Umsatzanteile auf Volga-Dnepr (die über zehn AN-124 verfügt) und 40 Prozent auf Antonov (sieben AN-124).

Von: Heiner Siegmund
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