Nachtflug-Diskussion in Köln

Leipzig buhlt um UPS und FedEx

26.10.2012 - 16:42 0 Kommentare

Sachsen-Anhalt bemüht sich bei UPS und FedEx um eine Ansiedlung am Flughafen Leipzig-Halle. Die beiden Paketdienstleister könnten sich wegen politischer Diskussionen um ein Nachtflugverbot in Köln nach Alternativstandorten umschauen.

UPS- und FedEx-Flugzeuge in Stockholm, Schweden

UPS- und FedEx-Flugzeuge in Stockholm, Schweden
© dpa - EPA/JOHAN NILSSON

Eine DHL-Frachtmaschine wird auf dem Flughafen Leipzig/Halle beladen.

Eine DHL-Frachtmaschine wird auf dem Flughafen Leipzig/Halle beladen.
© dpa, W. Grubitzsch

Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) hat auf seiner USA-Reise bei Logistikdienstleistern auf das Potenzial des Frachtflughafens in Leipzig aufmerksam gemacht.

Bei einem Besuch des Paket- und Logistikdienstleisters UPS in Louisville (Kentucky) sowie beim Kurier- und Logistikunternehmen FedEx in Memphis (Tennessee) habe er für den Airport geworben, teilte das Ministerium in Magdeburg mit.

Besondere Hoffnungen setzt Webel auf UPS: "Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich UPS in Leipzig-Halle engagiert." Zwar betreibe UPS derzeit noch eine Basis in Köln-Bonn. Dort habe die Landesregierung ein Gutachten zum Nachtflug in Auftrag gegeben. Sollte ein Nachtflugverbot kommen, könnte UPS nach Leipzig-Halle wechseln.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hatte Mitte April tatsächlich in Köln ein Nachtflugverbot für Passagierflugzeuge verhängt. Das Bundesverkehrsministerium hatte die Entscheidung dann aber per Veto revidiert. Ein Nachtflugverbot für Frachtflugzeuge war allerdings selbst im Vorstoß der rot-grünen Landesregierung nicht vorgesehen.

Sowohl UPS als auch FedEx betreiben eine Basis am Flughafen von Köln-Bonn. UPS hatte in Köln erst im vergangenen Jahr rund 145 Millionen Euro in eine neue Sortieranlage investiert. FedEx war 2010 mit seinem Drehkreuz für Zentral- und Osteuropa von Frankfurt nach Köln gezogen. Der Grund war das damals noch drohende und mittlerweile eingeführte absolute Nachtflugverbot in Frankfurt.

Sachsen-Anhalt ist mit 20 Prozent am Flughafen Leipzig/Halle beteiligt. DHL betreibt hier nach einem Umzug aus Köln seit 2008 sein europäisches Logistikdrehkreuz und will den Standort weiter ausbauen. Mit dem DHL-Drehkreuz stieg der Flughafen zur Nummer zwei unter den Frachtflughäfen in Deutschland auf. Platz eins belegt Frankfurt. Köln ist Nummer drei.

Von: airliners.de mit dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Ein Schild mit dem Schriftzug der Deutschen Flugsicherung vor dem Eingang der DFS in Langen. Abgesenkte Fluggebühren belasten die DFS

    Wegen einer Gebührensenkung Anfang 2016 geht der Jahresgewinn der Deutschen Flugsicherung um rund ein Drittel zurück. Gleichzeitig zeigen die nun vorgelegten Zahlen für 2016 auch: Der angekündigte Personalabbau ist beinahe abgeschlossen.

    Vom 25.04.2017
  • Ein Flugzeug der Air Berlin steht im Regen. Darum braucht Air Berlin Hilfe vom Staat

    Air Berlin stellt einen Antrag für eine Bürgschaftsprüfung. Am Ende könnten Staatsgelder die angeschlagene Airline retten. Doch eigentlich hat sie schon einen "Letter of Support" von Etihad – wie passt das zusammen?

    Vom 09.06.2017
  • Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister. Lufthansa Group droht ihren Drehkreuzen

    Die Lufthansa streitet mit Fraport über ein Gebührenmodell, das Billigkonkurrenten wie Ryanair begünstigt. Kranich-Vorstand Harry Hohmeister legt noch einmal nach. Die Warnung geht aber nicht nur an Frankfurt.

    Vom 09.06.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus