Leasing-Geber plant wohl eigene Airline

23.11.2017 - 11:00 0 Kommentare

Weil Leasing-Geber Amedeo keine Abnehmer für seine A380-Flugzeuge mehr findet, will das Unternehmen laut Medienbericht eine eigene Airline aufbauen und die Kontingente an andere Player verkaufen. Mit einem potenziellen Kunden sei man schon in Verhandlungen.

Darstellung einer A380 in der Gestaltung des Leasing-Gebers Amedeo. - © © Amedeo -

Darstellung einer A380 in der Gestaltung des Leasing-Gebers Amedeo. © Amedeo

Der irische Leasing-Geber Amedeo plant offenbar eine eigene Airline zu betreiben. Man habe bereits ein AOC beantragt, sagte Geschäftsführer Mark Lapidus der "Financial Times". Die Flotte soll die Großraumjets des Typs A380 des Unternehmens umfassen.

Lapidus betonte, dass der beste Weg zur Nutzung der Vermögenswerte des Unternehmens nicht mehr in der Vermietung an Fluggesellschaften bestünde, sondern in einem "neuen Modell für den Luftverkehr".

Stichwort

Der irische Leasinggeber Amedeo hat folgende Flugzeugtypen vermietet:

  • 13 A380 und fünf B777 an Emirates
  • Fünf A380 an Singapore Airlines
  • Eine B777-300ER an Cathay Pacific
  • Zwei A340 an Virgin Atlantic
  • Zwei A320 an Air Asia
  • Eine A320 an Air Mauritius

Quelle: Amedeo

Denn: Amedeo hat zwölf A380 im Portfolio - weitere 20 seien bestellt -, doch es fehlen die Abnehmer. Auch für die 20 georderten Modelle gebe es noch keine Kunden. Viele Airlines meiden das große Fluggerät, weil sie flexibel bleiben wollten, schätzt Lapidus.

2022 soll die eigene Airline abheben

Stattdessen wolle Amedeo die Maschinen selbst betreiben und die Sitzplatzkapazitäten anderen Airlines und an am Markt interessierte Player verkaufen. Es liefen bereits Gespräche mit potenziellen Kunden, die ab 2022 mit den Kontingenten von Amedeo planen könnten, so die Lapidus.

Gerade für Airbnb sei das Modell attraktiv, schreibt die "Financial Times". Die Ferienwohnungs-Plattform suche nach Möglichkeiten, in den Luftfahrtmarkt einzusteigen, ohne sich mit den hohen gesetzlichen Anforderungen herumzuschlagen.

Joint-Ventures und Codeshare sorgen dafür, dass Passagiere sich daran gewöhnt haben, Tickets bei einer Fluggesellschaft zu kaufen, aber mit einer anderen zu fliegen.

Mark Lapidus, Geschäftsführer von Amedeo

Die A380 kämpft seit Längerem mit Problemen. So hat das doppelstöckige Fluggerät seit fast zwei Jahren keinen neuen Kunden gewonnen. Im Frühjahr kündigte Airbus eine sparsamere "Plus"-Version an. Der Wunsch des größten A380-Kunden Emirates, eine "neo"-Version aufzulegen, verhallte ungehört.

© Airbus, Lesen Sie auch: Warum gibt es noch keine A380neo? Antworten aus dem Cockpit

Die erste in den Dienst gestellte A380 ging in diesem Jahr nach zehn Jahren Flugbetrieb bei Singapor Airlines an die deutsche Leasing-Gruppe Dr. Peters zurück. Da bislang kein neuer Betreiber gefunden wurde, droht der Maschine wohl die Verschrottung.

Von: cs
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