Ryanair will Piloten mehr zahlen als Norwegian

Ryanair bilanziert den Sommer: Der Gewinn geht leicht zurück. Trotz der massenhaften Streichungen halten die Iren an ihrem Jahresziel fest. Gleichzeitig kündigt Airline-Chef O'Leary mehr Geld für die Piloten an.

Ryanair-Chef Michael O'LearyFoto: © Ryanair

Trotz der zahlreichen Flugstreichungen bis zum Frühjahr hält Ryanair an seinem Gewinnziel fest. O'Leary erwartet bis Ende März 2018 einen Überschuss von 1,4 bis 1,45 Milliarden Euro. Rückerstattungen und Entschädigungen für die gestrichenen Flüge dürften zwar das Ergebnis belasten. Die Ticketpreise im Winter würden aber nicht ganz so stark fallen wie zuletzt angenommen, sagte O'Leary.

Die Flugtickets werden im Winterhalbjahr bis Ende März demnach im Schnitt um 4 bis 6 Prozent billiger werden als ein Jahr zuvor. Bisher war Ryanair von einem Rückgang um 5 bis 7 Prozent ausgegangen.

Im wichtigen Sommerquartal bis Ende September, das bei Ryanair das zweite Geschäftsquartal ist, musste der Billigflieger beim Gewinn allerdings etwas zurückstecken. Während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 2,5 Milliarden Euro zulegte, ging der Überschuss um zwei Prozent auf 895 Millionen Euro zurück.

Mehr Geld für Piloten

Europas größter Billigflieger steht wegen 20.000 Flugstreichungen bis zum Frühjahr und ihrer Arbeitsbedingungen in der Kritik. Vertreter der Fluggesellschaft zeigten sich zuversichtlich, genug Personal für den Flugplan im kommenden Sommer zu haben. Piloten seien deutlich höhere Gehälter, bessere Aufstiegschancen, mehr Arbeitsplatzsicherheit und verbesserte Dienstpläne zugesagt worden, sagte Airline-Chef Michael O'Leary.

Sollten alle Piloten das Angebot annehmen, koste dies Ryanair etwa 100 Millionen Euro pro Jahr. Sie wären damit laut O'Leary klar besser gestellt, als etwa Piloten des Konkurrenten Norwegian.

Da die britische Zivilluftfahrtbehörde CAA (Civil Aviation Authority) vorschreibt, dass Piloten ihren Jahresurlaub bis zum Ende des Kalenderjahres (Ende Dezember) und nicht bis zum Ablauf des Geschäftsjahres (Ryanair: Ende März) nehmen müssen, musste Ryanair tausende Flüge streichen.

Ufo will mit Ryanair Tarifvertrag aushandeln

Die deutsche Gewerkschaft Ufo hatte das Unternehmen vor einer Woche zu Tarifverhandlungen für die 700 bis 1000 in Deutschland stationierten Flugbegleiter aufgefordert. Die Ryanair-Bedingungen seien in Deutschland "schlicht illegal", hieß es.

© Ryanair, Lesen Sie auch: Flugbegleitergewerkschaft will Tarifverhandlungen mit Ryanair

Ufo wirft Ryanair vor, Flugbegleiter in Deutschland nach irischem Recht zu beschäftigen. Das ermögliche kurze Kündigungsfristen, weniger Urlaubstage und die dauerhafte Anstellung in Leiharbeit. Der Billigflieger verschaffe sich durch Lohndumping und Umgehung gesetzlicher Bestimmungen unfaire Wettbewerbsvorteile. Ryanair lehnt bislang Tarifverhandlungen mit Gewerkschaften ab.

Von: cs

Datum: 01.11.2017 - 11:12

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