O'Leary: Brexit wird Ryanair-Gewinne vier Jahre lang belasten

28.09.2016 - 14:37 0 Kommentare

Der Brexit wird die Erlöse und Gewinne von Ryanair unter Druck setzen. Das sagte jetzt Airline-Chef Michael O'Leary. Es könnte auch sein, dass die Aktionärsstruktur geändert werden muss.

Ryanair-Chef Michael O'Leary. - © © EPA - Olivier Hoslet

Ryanair-Chef Michael O'Leary. © EPA /Olivier Hoslet

Der Brexit wird Erlöse und Gewinne des irischen Billigfliegers Ryanair in den kommenden vier Jahren belasten. Das sagte Airline-Chef Michael O'Leary jetzt laut der Nachrichtenagentur "Bloomberg". Er gehe davon aus, dass die Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens aus der EU zwischen zwei und vier Jahren dauern.

Die Prognosen für die Wirtschaft in Großbritannien seien schlecht. Im Vereinten Königreich, aber auch in Europa werde das Wachstum langsamer ausfallen, so Brexit-Gegner O'Leary weiter.

Der Airline-Chef deutete außerdem an, dass die Aktionärsstruktur ein Problem werden könnte. Derzeit gehören etwa 45 Prozent der Anteile Investoren aus Drittländern, 20 Prozent der Besitzer sind aus Großbritannien. Sollten letztere nach dem Brexit ebenfalls als Drittlandsaktionäre gelten, wären mehr als 49 Prozent der Fluggesellschaft in der Hand von Investoren außerhalb der EU. Das wäre rechtlich nicht erlaubt.

© dpa, Andy Rain Apropos (12) Brexit-Folgen für den Luftverkehr

Schon Ende August hatte Europas größter Billigflieger seine Aussichten gesenkt. Während im laufenden Geschäftsjahr ein Wachstum von 15 Prozent in Großbritannien erwartet werde, sei im nächsten Geschäftsjahr, das im April beginnt, nur noch mit sechs Prozent zu rechnen, hieß es. Ohne Brexit-Votum würde es weiterhin zweistellige Wachstumsraten geben.

© dpa, EPA/OLAF KRAAK Lesen Sie auch: Easyjet hofft trotz Brexit auf EU-Luftverkehrsbinnenmarkt

Die Entscheidung der britischen Bürger wirkt sich aber auch auf die Flottenstrategie des irischen Low-Cost-Carriers aus. Ryanair kündigte an, im kommenden Geschäftsjahr kein einziges der 50 neuen Flugzeuge in Großbritannien zu stationieren.

Von: ch
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Ryanair-Chef Michael O'Leary. Ryanair verdient mehr, aber ist "pessimistisch"

    Jahresbilanz des Billigfliegers: Ryanair steigert den Gewinn auf ein Rekordniveau. Allerdings ist Airline-Chef O'Leary beim Ausblick "pessimistisch" und erwartet ein schwieriges Jahr.

    Vom 22.05.2018
  • Michael O'Leary. Ryanair preist Frankfurt-Rabatte als Vorbild für Wien

    Ryanair-Chef O'Leary lobt den Flughafen Frankfurt für sein Gebührenmodell und sieht dies auch als Vorbild für Wien. Offenbar wollen die Iren an Österreichs Airportprimus einsteigen - nicht nur mit Lauda Motion.

    Vom 05.04.2018
  • Der Wirtschaftsminister von Hessen, Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen). Hessen prüft Strafen wegen Ryanair-Verspätungen

    Wegen der zahlreichen Verspätungen am Frankfurter Flughafen gerät Ryanair erneut unter Druck: Hessens Verkehrsminister prüft jetzt Rechtsmittel - die Airline könnte mit empfindlichen Geldstrafen belegt werden.

    Vom 12.04.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus