Le Bourget 2013: Embraer überarbeitet seine E-Jet-Familie

17.06.2013 - 17:02 0 Kommentare

Embraer verpasst seiner erfolgreichen E-Jet-Regionaljetfamilie eine Generalüberholung. Mit Getriebefantriebwerken, neuem Flügeldesign und neuen Systemen positionieren sich die Brasilianer nicht nur gegen Bombardier.

Die neue Embraer E-Jet-Familie - © © Embraer -

Die neue Embraer E-Jet-Familie © Embraer

Embraer wird schon in Kürze eine neue und verbesserte Version seiner erfolgreichen E-Jet Serie auf den Markt bringen. Das teilte der brasilianische Hersteller am Montag auf der Paris Air Show in Le Bourget mit. Gleichzeitig präsentierte Embraer mit ILFC sowie SkyWest zwei Kunden. Zudem gäbe es bereits Absichtserklärungen über 65 Maschinen von fünf weiteren bislang noch ungenannten Kunden, hieß es.

Die "E-Jets E2" genannte Flugzeugfamilie umfasst die E175-E2, die E190-E2 und die E-195-E2. Auf den Bau eines Nachfolgers für das bisher kleinste Mitglied der erfolgreichen Regionaljetfamilie Embraer 170 verzichtet der Flugzeugbauer demnach.

Der E190-E2 soll in der ersten Hälfte 2018 in Dienst gestellt werden und entspricht in seiner Kapazität genau dem Vorgänger. Um ganze drei Reihen ist dafür die größere E195-E2 gewachsen, die ab 2019 zur Auslieferung stehen soll. Sie verfügt damit über bis zu 132 Sitzplätze. Der E175-E2, der im Jahr 2020 an den Erstkunden ausgeliefert werden soll, verfügt in der klassischen Ein-Klassen-Bestuhlung über eine zusätzliche Sitzreihe und kann damit 88 Fluggäste beherbergen.

Für zusätzliche Kostenersparnis gegenüber der bestehenden E-Jet-Serie sollen vor allem neue Getriebefan-Triebwerke von Pratt & Whitney (PW1700G bei der E175-E2 sowie PW1900G bei den E190-E2 und E195-E2), überarbeitete Flügel und neue Avionik sorgen.

Trotz allem werden die E2-Maschinen den Vorgängern im Großen und Ganzen entsprechen, sodass zusätzliche Ausbildungs- oder Umschulungskosten weitgehend vermieden werden können. Der Hersteller verspricht Treibstoffeinsparungen im zweistelligen Bereich und geringere Lärmbelastung sowie Einsparungen bei den Wartungskosten. Die Kosten pro Sitzplatz sollen denen größerer Narrowbodies mit neuen Triebwerken wie der Boeing 737-MAX oder A320neo-Serie nahekommen, heißt es.

Insgesamt investiert Embraer innerhalb der nächsten acht Jahre umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro in die E2-Familie. Bis heute konnte Embraer bereits mehr als 1.200 E-Jet-Bestellungen verbuchen. Über 950 E-Jets wurden den Angaben zufolge bereits an 65 Kunden weltweit ausgeliefert. Damit hat Embraer in dem Segment eigenen Angaben zufolge einen Marktanteil von 42 Prozent.

Mit der neuen Generation seiner erfolgreichen E-Jets reagiert Embraer offenbar auf die Bombardier CSeries, die ebenfalls mit Getriebefan-Triebwerken punkten will. Zudem stoßen nun auch die Brasilianer mit der gestreckten Embraer 195-E2 langsam in die Regionen von A319neo/737-7MAX vor.

Alle Meldungen zur Paris Air Show inklusive Bestellübersicht finden Sie auf der airliners.de-Themenseite Le Bourget 2013

Von: airliners.de, Austrian Aviation Net
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