LBA setzt Small Planet Frist bis Sonntag

Exklusiv 29.10.2018 - 12:49 0 Kommentare

Das Luftfahrt-Bundesamt macht der insolventen Small Planet Deutschland Druck. Diese arbeitet weiter an einer Übernahme durch einen niederländischen Investor - und skizziert bereits zwei Szenarien für die kommende Woche.

Die D-ASPC in den Farben von Small Planet Airlines. - © © AirTeamImages.com  - Serge Bailleul

Die D-ASPC in den Farben von Small Planet Airlines. © AirTeamImages.com /Serge Bailleul

Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) hat der deutschen Small Planet eine neue Frist gesetzt. Seine Airline habe noch bis zum 4. November Zeit, einen zwölf- bis 18-monatigen Finanzplan vorzulegen, sagte CCO Oliver Pawel zu airliners.de. Die Behörde will sich dazu nicht äußern.

Sollte jedoch kein Investor präsentiert werden können, will die Airline laut internen Quellen eigenständig schon vor dem 4.11. das AOC "ruhend stellen". Dies werde jedoch nicht vor Ende des touristischen Sommerflugplans (31.10.) geschehen. Vergangenen Montag kündigte Small Planet an, zum Ende der Woche einen Käufer präsentieren zu wollen - doch dies konnte nicht final geschehen.

Schreiben an die Mitarbeiter

In einem Brief an die Mitarbeiter betont die Airline-Spitze in den vergangenen Wochen seit der Insolvenzanmeldung alles unternommen zu haben, um die Zukunft des Carriers zu sichern. "Wir entschuldigen uns dafür, dass wir aus den letzten fünf Wochen nichts Besseres für unsere Vorteile bekommen konnten."

Die zuletzt intensivierten Gespräche würden aktuell noch einmal vertieft, doch: "Leider konnten wir den Deal mit einem der beiden verbleibenden Investoren noch nicht abschließen." Im letzten Schritt verhandele man mit VLM Airlines/SF Aviation Holding BV zusammen.

Gehalt über Insolvenzgeld abgesichert

Das Management betont, dass der Sommerbetrieb bis einschließlich des 31. Oktobers gesichert sei. Gläubigerausschuss und Bank hätten das Ende der Operations für danach festgelegt - sofern kein Investor gefunden wird.

Dennoch seien die Gehälter gesichert: "Sie erhalten ein volles Gehalt im Oktober und im November." Wie schon im Dezember werde der Grundanteil vom Insolvenzgeld abgedeckt - alle zusätzlichen Anteile (Blockstundengebühren, Reisekosen et cetera) würden vom Unternehmen bezahlt.

Es gibt genug Geld im Unternehmen, um alle Angestellten bis zum Ende zu bezahlen.

Management der Small Planet Deutschland

Auch auf die Befürchtung einiger Mitarbeiter, nach längeren Flügen inklusive Übernachtung nicht mehr nach Hause zu kommen, geht das Management ein: "Wir haben alle Rechnungen bis zum Ende der Operation bereits bezahlt." Dabei gehe es um Übernachtungs- und Transferkosten und Flughafengebühren inklusive sämtlicher Ground-Handling-Leistungen.

Nur noch drei Basen

Sollten die Verhandlungen mit der SF Aviation Holding BV hingegen erfolgreich verlaufen, werde man im Winter mit maximal zwei Flugzeugen und im nächsten Sommer mit höchsten dreien fliegen. Auch wolle man sich dann auf die Basen in Düsseldorf, Köln/Bonn und Leipzig/Halle konzentrieren. Alle anderen Standorte müssten geschlossen werden.

Das heißt, es ist bereits offensichtlich, dass wir viele der derzeitigen Besatzungsbasen schließen müssen.

Management der Small Planet Deutschland

Welche Mitarbeiter übernommen werden könnten, bemesse sich gemäß sozialer Anforderungen. "Viele von Ihnen erhalten ein formelles Kündigungsschreiben, in dem Sie alles über Ihre Vertragsbeendigung im Detail erklären, falls Sie betroffen sein sollten."

Kreise: Management informiert umfassend

Indes nimmt ein hochrangiger Manager die Airline-spitze in Schutz. "Es gab seit der Insolvenzanmeldung jede Woche ein Brief an die Mitarbeiter", erwidert dieser auf Vorwürfe des Personals, nicht umfassend informiert zu werden. Auch gehe man auf Einzelanfragen der Miterbeiter ein. "Mehr kann man halt nicht mitteilen, wenn man mitten in einem Verkaufsprozess steckt."

Die deutsche Small Planet hatte Mitte September insolvent in Eigenregie angemeldet. Dem Ferienflieger waren mehrere technische Probleme, die im Sommer zu langen Verzögerungen inklusive Ausgleichszahlungen an Passagiere führten, zum Verhängnis geworden.

© AirTeamImages.com/Ralf Meyermann, Chris Jilli (2), HAMFive. Adrian Jack, Carl Ford (2) u.a. [M], Lesen Sie auch: So performten die Airlines im Sommer Bilanz

Von: cs
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