Laut Iata-Angaben randalieren immer mehr Passagiere an Bord

15.12.2016 - 09:05 0 Kommentare

Immer mehr Passagiere verhalten sich im Flugzeug daneben - sie randalieren, beschmipfen andere oder prügeln sich. Das teilte der Luftfahrtverband Iata mit. Er sieht die Sicherheit in Gefahr.

Gedrängel in einer Passagiermaschine - © © dpa - Daniel Karmann

Gedrängel in einer Passagiermaschine © dpa /Daniel Karmann

Sie beschimpfen ihre Mitreisenden, prügeln sich, schreien das Kabinenpersonal an oder befolgen dessen Anweisungen nicht: Immer mehr Passagiere verhalten sich im Flugzeug schlicht daneben, wie der Internationale Luftfahrtverband (Iata) mitteilte. "Es ist zu einem großen Problem geworden", sagte Iata-Vertreter Paul Steele in Genf. Die Lobby-Organisation fordert Regierungen auf, die Unruhestifter zu bestrafen.

Zwischen 2007 und 2015 gab es mehr als 49.000 solcher Zwischenfälle an Bord. Im vergangenen Jahr war einer von 1200 Flügen betroffen. Elf Prozent der Querulanten seien gewalttätig geworden. Flugbegleiter könnten zwar viele Situationen entschärfen. Trotzdem müssten Piloten vermehrt Flüge umleiten und früher landen, um die renitenten Passagiere von Bord zu schaffen.

© Fotolia.com, Illustration: Zubada Jenny Jetstream (49) Was der Gast an Bord alles so braucht

"Wenn sich alle Flugbegleiter nur um einen Gast kümmern müssen, ist die Sicherheit nicht mehr gewährleistet", sagte Iata-Sprecher Chris Goater. Eine einzelne Umleitung und dadurch entstehende Flugverspätungen verursachen einer Fluggesellschaft nach Iata-Angaben Kosten in Millionenhöhe.

Jeder vierte widerspenstige Fluggast verliere wegen übermäßigen Alkohol- oder Drogenkonsums die Kontrolle über sich. Auch Platzmangel oder Stress könnten zum Austicken der Gäste führen. "Einige Passagiere fühlen sich auch schlicht zu sicher an Bord", sagte Goater. So sei es gefährlich, wenn Fluggäste ihre Handys oder Laptops nicht ausschalten, obwohl sie darum gebeten werden. Die Geräte würden nach Signalen suchen und dadurch den Funk an Bord stören.

© Iata, Lesen Sie auch: "Herr Steele, gelten ausrastende Passagiere zu sehr als Kavaliersdelikt?"

Von: ch, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Bei Air Berlin ist die Luft raus. Reaktionen zur Air-Berlin-Übernahme

    Lufthansa übernimmt große Teile der Air Berlin. Verdi mahnt, dass allen Mitarbeitern eine Perspektive geschaffen werden müsse. Auch Monopolkommissionschef Wambach und Berlins Bürgermeister Müller äußern sich.

    Vom 13.10.2017
  • Fluggäste an Schaltern der Air Berlin. Tausende weitere Air-Berlin-Kunden gehen wohl leer aus

    Tausende Mittelstrecken-Tickets der Air Berlin, die vor der Insolvenz-Anmeldung gebucht wurden und erst in der nächsten Flugplanperiode wirksam werden sollten, sind laut eines Medienberichts so gut wie wertlos. Dafür gebe es eine einfache Erklärung.

    Vom 11.10.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus