Lauda Motion setzt auf Ryanair-Vertrieb

11.04.2018 - 10:29 0 Kommentare

Nach dem Bruch mit Condor will Lauda Motion ihre Flüge offenbar über das Ryanair-System verkaufen. Doch der irische Low-Cost-Carrier bietet fast nichts, was ein Ferienflieger für seinen Vertrieb braucht.

Niki Lauda und Ryanair-Chef Michael O'Leary. - © © Lauda Motion -

Niki Lauda und Ryanair-Chef Michael O'Leary. © Lauda Motion

Der neue Ferienflieger Lauda Motion bereitet sich derzeit auf einen eigenständigen Verkauf seiner Flüge vor. Dazu soll offenbar das System von Ryanair als Basis dienen. Wie eine Sprecherin gegenüber airliners.de erklärte, werden dafür gerade die Schnittstellen zu dem irischen Billigflieger ausgebaut.

Nach dem Auslaufen der Vertriebspartnerschaft mit Condor, die am Dienstag für Ende April angekündigt wurde, muss Lauda Motion den Ticket-Verkauf neu organisieren. Nach Angaben der Sprecherin wurde das Vertriebsteam der Vorgängergesellschaft Niki teilweise übernommen. Die Leitungsfunktion sei derzeit aber unbesetzt. Geschäftsführerin für den Vertrieb war bei Niki zuletzt Elisabeth Jesse.

Wie die Zusammenarbeit von Lauda Motion und Ryanair im Vertrieb künftig aussehen könnte, ist noch weitgehend offen. Angekündigt wurde bislang nur die Buchbarkeit von Lauda-Motion-Flügen über die Websites beider Airlines.

Das Ryanair-System passt nicht für einen Ferienflieger

Abgesehen davon ist das System von Ryanair derzeit überhaupt nicht auf den touristischen Flugvertrieb ausgerichtet, den ein Ferienflieger benötigt. "Wenn Lauda Flüge an Reiseveranstalter und Reisebüros vertreiben will, wird das auf diesem Wege sehr schwierig", sagte ein Touristikexperte gegenüber airliners.de. "Alles, was Ryanair heute tut, passt nicht ins klassische Veranstaltergeschäft."

So biete Ryanair keine differenzierten Preise und keine Betreuung für Großkunden an, keine Kontingente, keine Informationen über Flugplanänderungen, keine Tarife für Urlauber, die auch Gepäck umfassen. Vor allem aber liefere der Billigflieger keine touristischen Flugangebote über externe Schnittstellen. Einzige Ausnahme ist das Reiseportal Ryanair Holidays - nur dort lässt die Airline die Paketierung ihrer Flüge offiziell zu.

Will Lauda Motion den Vertrieb komplett über den neuen Anteilseigner organisieren, müsste Ryanair erst einen Strategieschwenk vollziehen, so der Experte. Wahrscheinlicher sei aber, dass Lauda Motion zumindest das Veranstaltergeschäft selbständig betreibt.

Lauda Motion will "reibungslosen Übergang"

Seit Februar läuft der Einzelplatzverkauf von Lauda Motion über Condor - auch auf der Website Laudamotion.com ist die Buchungsmaschine der Cook-Airline im Einsatz. Nachdem Airline-Chef Niki Lauda Ryanair als künftigen Mehrheitseigner in das Unternehmen geholt hatte, kam es allerdings zum Zerwürfnis mit dem Thomas-Cook-Konzern.

© dpa, Helmut Fohringer Lesen Sie auch: Lauda Motion und Condor trennen sich endgültig

Lauda Motion kündigte am Dienstag an, man wollen einen "reibungslosen Übergang" aus dem Condor-Buchungssystemen sicherstellen. Erwähnt wurde allerdings nur, dass alle Laudamotion-Flüge über die Websites von Lauda Motion und Ryanair buchbar sein sollen.

Von: pra
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