Lauda Motion gibt Niki-Jets an Lufthansa zurück

09.10.2018 - 15:11 0 Kommentare

Einigung im Rechtsstreit: Lauda Motion gibt die bei Lufthansa gemieteten Niki-Jets zurück. Sie sollen fortan bei Eurowings fliegen. Beim österreichischen Carrier hinterlassen sie eine Lücke. in der Flotte, die wohl schon bald geschlossen wird.

Ein Airbus A321 in der Bemalung der ehemaligen Niki. Aktuell fliegt die Maschine für Lauda Motion. - © © AirTeamImages.com - Wolfgang Mendorf

Ein Airbus A321 in der Bemalung der ehemaligen Niki. Aktuell fliegt die Maschine für Lauda Motion. © AirTeamImages.com /Wolfgang Mendorf

Lauda Motion und Lufthansa haben sich geeinigt: Die neun ehemaligen Niki-Jets, die die österreichische Airline betreibt, sollen zwischen dem 31. Dezember und dem 30. Juni 2019 an den Konzern zurückgegeben werden, heißt es in gleichlautenden Statements.

Ende November sollte der Fall vor dem High Court in London verhandelt werden. Dies sei nun hinfällig, heißt es. Näher wollen sich die Beteiligten auf Anfrage von airliners.de nicht dazu äußern. London deshalb, weil es um Leasing-Verträge zwischen Lauda Motion und Lufthansa geht, die nach britischem Recht geschlossen, sind.

Lufthansa "bedrohe" Lauda Motion

In dem Verfahren in England sollte gerichtlich geklärt werden, ob die von der Lufthansa-Group Ende Juni ausgesprochene Kündigung der neun Mietkontrakte wirksam ist. Diese erfolgte damals unter dem Hinweis, dass Lauda Motion "zum wiederholten Male" den monatlichen Zahlungen nicht nachgekommen sei.

Ryanair, die schon zu dem Zeitpunkt bei Lauda Motion beteiligt waren, schaltete sich ein und teilte mit, dass der österreichische Carrier vom Vorgehen der Lufthansa "bedroht" sei. "Dies ist die jüngste aus einer Reihe an Bestrebungen der Lufthansa, Lauda Motion zu destabilisieren und zu schaden", sagte Ryanair-Rechtsvorstand Juliusz Komorek damals zu airliners.de.

"Alle Auflagen erfüllt"

Zudem habe es Lufthansa versäumt, zwei weitere Niki-Flugzeuge an Lauda Motion zu liefern, so wie es die EU-Kommission vorschreibt. Und Lufthansa würde die Auslieferung einiger Flugzeuge bis nach dem Sommer verzögern, "was die Möglichkeiten von Lauda Motion weiter einschränkt, Slots zu bedienen", so Ryanair.

Auch würde Lufthansa Ryanair noch "mehr als 1,5 Millionen Euro" schulden, sagen die Iren. Gebühren, die entstanden sind, weil Lauda Motion zwischen März und Mai im Wet-Lease für die Lufthansa-Tochter Eurowings unterwegs war. "Wir haben alle Zahlungen geleistet und alle Auflagen erfüllt", verteidigt ein Kranich-Sprecher.

Einen ersten Gerichtstermin Mitte Juli verbuchte Lauda Motion als Erfolg für sich. In einem Brief an die Mitarbeiter schrieb Airline-CEO Andreas Gruber, dass Lufthansa "auf Druck des Gerichts dazu gezwungen wurde, sowohl dem Richter als auch Lauda Motion schriftlich zuzusichern, dass keine weiteren Handlungen gesetzt werden, um unseren Flugbetrieb zu stören." Lufthansa wollte sich dazu nicht äußern.

Jets sollen zu Eurowings

Lufthansa will die Maschinen bei ihrer Tochter Eurowings einsetzen. Denn dort mangelt es aktuell an Flugzeugen für die Reserve. Das habe zusammen mit externen Faktoren die Integration der rund 70 Maschinen von Air Berlin in diesem Sommer zu einem "vielleicht überambitionierten Plan" werden lassen, räumte das Management ein.

Die EU-Kommission hatte Lufthansa Ende des vergangenen Jahres die Auflage erteilt, dass die von der ehemaligen Air-Berlin-Tochter erworbenen zehn Flugzeuge zu "marktüblichen Konditionen" dem Käufer der Niki zur Verfügung gestellt werden müssen. Gründer Niki Lauda übernahm Anfang des Jahres für knapp 50 Millionen Euro den insolventen Ferienflieger.

Beschwerde bei der EU

Lufthansa legte gegen die EU-Auflage zwar Beschwerde bei der Kommission ein, zog diese jedoch später zurück. Man wolle die von Air Berlin übernommenen Teile nun integrieren und Wettbewerbern keine Steine in den Weg legen, sagte Eurowings-Chef Thorsten Dirks damals zu airliners.de.

Damals sprach Lufthansa davon, dass man alle Auflagen der EU-Kommission erfüllt hätte und somit "das Verfahren zur Übernahme von Teilen der Air Berlin abgeschlossen ist". Daher sei es zum damaligen Zeitpunkt nicht mehr sinnvoll gewesen, "die offenen Rechtsfragen in einem Gerichtsverfahren zu klären".

© airliners.de - S. Drews, Lesen Sie auch: Lufthansa zieht EU-Beschwerde zurück

Lauda indes entschied sich dazu, die Jets bei Lufthansa zu mieten. Aufgrund von Wartungen übergab der Konzern nur neun von zehn Flugzeugen. Ein weiteres sollte im Sommer folgen. Ob dies geschehen sei konnte eine Konzernsprecherin auf Anfrage unserer Redaktion nicht sagen.

Lauda Motion will Niki-Jets ersetzen

Bei Lauda Motion indes reißt die Einigung eine Lücke in die Flottenplanung. Aktuell besteht die Flotte der Airline aus 19 Maschinen. Neun Maschinen kommen dabei von ihrer Vorgängerin Niki und zehn weitere Jets betreibt Ryanair im Wet-Lease.

Bereits Anfang September teilte Lauda Motion mit, dass die neun ehemaligen Niki-Jets die eigene Flotte schnellstmöglich verlassen sollen. Ersetzt werden sie durch Flugzeuge von einem anderen Leasing-Geber.

Zudem sollen weitere neun Maschinen die Flotte ergänzen, sodass man im kommenden Jahr 18 eigene Flugzeuge betreibt. Zusätzlich hat man sich mit Ryanair darauf verständigt, dass die Iren ihrer österreichischen Tochter im Sommer noch sechs zusätzliche Jets zur Verfügung stellen werden.

© Lauda Motion, Lesen Sie auch: Lauda Motion bekommt neue Farben und mehr Airbus-Maschinen

Von: cs, br
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