Lauda will bis Juni 21 Maschinen betreiben

16.03.2018 - 15:08 0 Kommentare

Lauda Motion soll in gut einer Woche an sechs deutschen Airports abheben - der Start in Österreich folgt im Juni. Los geht es mit 14 Maschinen, Lauda setzt aber schon auf mehr. Seine Pläne im Detail.

Niki Lauda. - © © dpa - Herbert Pfarrhofer/APA

Niki Lauda. © dpa /Herbert Pfarrhofer/APA

Die Niki-Nachfolgerin Lauda Motion von Niki Lauda wird Ende März in Deutschland starten, ab Österreich (Wien) soll es erst im Juni losgehen. Dies sagte Lauda am Freitag vor Journalisten in Wien. Hierzulande sollen sechs Flughäfen bedient werden: Berlin-Tegel, Düsseldorf, Frankfurt, Hannover, Köln/Bonn und Stuttgart.

Starten will Lauda zunächst mit 14 Airbus-Flugzeugen und kontinuierlich aufstocken: "In der ersten Juniwoche sollen es dann 21 sein", versicherte er. Ob diese allesamt die von Lufthansa aufgekauften Maschinen der Niki-Flotte seien, wollte er nicht sagen.

Die jetzigen Flugzeuge decken erst einmal die Slots unter anderem in Deutschland und Palma ab. Das wird immer gesichert bleiben müssen. Das Wachstum soll dann in Wien mit anderen Destinationen stattfinden.

Niki Lauda, Managing Director Lauda Motion

Die Flugzeuge würden aktuell mit dem Lauda-Motion-Schriftzug beklebt - die Neulackierung ist für Herbst geplant. "Eine vollständige Lackierung kostet etwa 200.000 Euro je Maschine."

Eigene Homepage ist online

Seit Donnerstagabend kann man auch Flüge auf laudamotion.com direkt buchen. Die dortige Maske gleicht der Condor-Vertriebsplattform - mit der Thomas-Cook-Airline hat Lauda Motion eine Vertriebskooperation geschlossen. Darüber hinaus stehe er auch in "engem Kontakt" zu Eurowings.

Allerdings strebe Lauda dort nicht - wie zuletzt spekuliert - einen Wet-Lease an, sondern wolle vor allem Sitzplatzpakete an die Lufthansa-Billigtochter verkaufen. Aber: "Man muss gucken, was erlaubt ist und was nicht." Am Freitagnachmittag habe er einen Termin beim Chef der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde (BWB), um über Wege der Eurowings-Kooperation zu sprechen.

Dass er die angebotenen Sitzplätze auch in Eigenregie verkauft bekomme, steht für Lauda aber außer Frage: "Dann verkaufen wir selber. Sorgen, die Flieger nicht voll zu bekommen, hat man immer. Aber gemessen an den jetzigen Voraussetzungen können wir sie füllen."

Lauda glaubt an den langfristigen Erfolg

Gerüchte, wonach er nicht genug Mitarbeiter habe, wies er strikt zurück: "Lauda Motion hat derzeit 641 Mitarbeiter, davon 168 Piloten. Derzeit fehlen uns noch rund 55 Flugbegleiter, die wir suchen. Wir haben keine Personalprobleme und alle Berichte, dass uns Piloten fehlen würden, sind Blödsinn", so Lauda.

Probleme hatte Lauda anfangs allerdings mit den übernommenen Slots - "allerdings war dies absehbar". 60.000 Slots hatte er mit Niki gekauft, davon nutzt er aber nur 40.000 - 20.000 gingen also zurück an den Koordinator. Denn: "Die Niki-Slots waren für 36 Maschinen."

Da waren auch absolut sinnlose Slots wie Wien-Linz oder Hannover-Hamburg dabei. Wenn man alles fliegt, nur weil man die Slots hat, dann endet man gleich wie die Air Berlin.

Niki Lauda, Direct Manager Lauda Motion

In Jahr eins (März 2018 bis März 2019) erwartet er einen "Millionenverlust", erst in Jahr zwei werde Lauda Motion profitabel. "Ich mache das ganz allein mit meinem Geld und weiß, auf was ich mich eingelassen habe." Dass die neue Lauda Motion nicht langfristig am Markt operiere, glaubt er nicht.

In der Luftfahrtbranche bekannt

Lauda hatte die ehemalige Air-Berlin-Tochter Niki im Januar für rund 47 Millionen Euro übernommen. Schon in den vorausgegangenen Verkaufsrunden hatte er immer wieder Interesse an der von ihm gegründeten Airline angemeldet.

Dabei spielte Nostalgie keine Rolle, es ging nur um den Wettbewerb. Darum geht es mir bei fast allen Dingen im Leben.

Niki Lauda, Direct Manager Lauda Motion

In der Vergangenheit hatte Lauda mehrfach in der Luftverkehrsbranche für Aufsehen gesorgt: Unter anderem gründete er die Charter-Airline Lauda Air sowie die einstige Air-Berlin-Tochter Niki. Sein Business-Flieger Lauda Motion firmiert nun unter dem Titel Lauda Motion Executive.

Auf die Frage, ob Lauda Motion sein letztes Airline-Projekt sein würde, sagte Lauda nun: "Man kann nie wissen."

Von: cs
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