Lauda im Flugzeug-Streit mit Lufthansa optimistisch

16.07.2018 - 15:11 0 Kommentare

Lufthansa kündigt die Verträge über neun geleaste Ex-Niki-Maschinen mit Lauda Motion. Ende der Woche befindet ein Gericht über die Rechtmäßigkeit - Gründer Lauda ist zuversichtlich.

Niki Lauda (hinten) und Flugzeugmodell der Niki. - © © dpa - Lilli Strauss/AP

Niki Lauda (hinten) und Flugzeugmodell der Niki. © dpa /Lilli Strauss/AP

Airline-Manager Niki Lauda hat sich in den Streit zwischen Lufthansa und Ryanair über die an Lauda Motion vermieteten Flugzeuge der ehemaligen Air-Berlin-Tochter Niki eingeschaltet. "Es wird gut ausgehen", zitiert die Zeitung "Österreich" den Lauda-Motion-Chairman im Hinblick auf den Ende der Woche anstehenden Gerichtstermin.

© AirTeamImages, Wolfgang Mendorf Lesen Sie auch: Lufthansa will Niki-Jets für Eurowings zurück

Der Lufthansa-Konzern hat die Mietverträge über die neun Ex-Niki-Jets mit Lauda Motion aufgekündigt, da der österreichische Ferienflieger angeblich nicht wie vereinbart die Leasing-Raten bezahlt. Die Wirksamkeit der Kündigung überprüft am Freitag (20. Juli) ein Londoner Gericht. Die Mietverträge wurden nach britischem Recht geschlossen.

Ryanair: Leasing-Konditionen nicht marktüblich

Ryanair prangerte das Vorgehen des Kranich-Konzerns am Freitag in mehreren Pressemeldungen an. Lufthansa würde falsche Behauptungen über Lauda Motion treffen. Außerdem halte der Konzern weiter ehemalige Niki-Flugzeuge zurück, obwohl es die Auflage der EU-Kommission gebe, diese Maschinen Niki Lauda als Käufer der Niki zu übergeben.

Darüber hinaus lägen die ausgehandelten Konditionen auch "deutlich über den marktüblichen Preisen für A320-Flugzeuge in diesem Alter". Die Behauptungen, Lauda Motion käme den Zahlungen wiederholt nicht nach, sei falsch. Vielmehr würde Lufthansa Lauda Motion noch rund 1,5 Millionen Euro für den Eurowings-Wet-Lease schulden.

Lufthansa missbraucht ihre marktbeherrschende Stellung mit einem eklatanten Versuch, eine viel kleinere Konkurrentin, Lauda Motion, zu eliminieren. Juliusz Komorek, Chief Legal Officer von Ryanair

"Die Behauptungen entbehren jedweder Grundlage. Wir haben alle Auflagen der EU-Kommission erfüllt", betont ein Lufthansa-Sprecher am Montag noch einmal gegenüber airliners.de. Zehn ehemals von Niki genutzte Flugzeuge habe man gekauft, neun davon seien bereits bei Lauda Motion in Betrieb: "Die letzte ist gerade im Check; deren Übergabe war für Ende des Monats geplant."

Airline-Chef spricht von "maximalem Schaden"

Indes steht für Lauda-Motion-Chef Andreas Gruber außer Frage, dass seine Airline den Streit durchsteht: "Selbstverständlich halten wir das aus und es geht unverändert weiter", sagte Gruber zu airliners.de. Dennoch drohe durch die Aufkündigung "maximaler Schaden" in der Sommersaison. Lauda Motion fliegt im Sommer mit den neun eigenen Jets, zehn Maschinen sind zudem von Ryanair im Wet-Lease unterwegs.

Gruber ist nun Chef von Lauda Motion, weil Gründer Lauda nach der Freigabe der EU-Kommission vergangene Woche zum Chairman wurde. Die Brüsseler Wettbewerbshüter hatten entschieden, dass Ryanair ihren Anteil an Lauda Motion von 25 auf 75 Prozent aufstocken dürfen. Einschränkungen machte die Kommission keine.

Montage: airliners.de | Fotos: flickr.com/World Travel & Tourism Council, dpa/Helmut Fohringer, Lesen Sie auch: EU genehmigt Lauda-Motion-Übernahme

Von: cs
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Ein Airbus A321 in der Bemalung der ehemaligen Niki. Aktuell fliegt die Maschine für Lauda Motion. Lufthansa will Niki-Jets für Eurowings zurück

    Es geht um neun Maschinen: Lufthansa beendet die Leasing-Verträge mit Lauda Motion. Denn die Österreicher sind wohl mit Zahlungen im Rückstand. Indes erhebt Neu-Eigentümerin Ryanair schwere Vorwürfe.

    Vom 13.07.2018
  • Andreas Gruber. Lauda Motion verbucht ersten Gerichtstermin als Erfolg

    Lauda Motion und Lufthansa streiten vor Gericht über ehemalige Flugzeuge der Air-Berlin-Tochter Niki. Die Kammer vertagte eine Entscheidung auf November. Airline-Chef Gruber verbucht dies offenbar als Erfolg.

    Vom 25.07.2018
  • Europaflaggen vor dem Berlaymont-Gebäude in Brüssel Lufthansa zieht EU-Beschwerde zurück

    Kehrtwende der Lufthansa: Der Kranich-Konzern zieht seinen Einspruch gegen EU-Auflagen bei der Air-Berlin-Teilübernahme zurück. Es ging um die erworbenen Niki-Flugzeuge.

    Vom 23.05.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »