Easyjet muss bei Stornierung Steuern und Gebühren erstatten

05.01.2018 - 08:50 0 Kommentare

Das Landgericht Frankfurt hat eine Vertragsklausel des Billigfliegers Easyjet zu Flughafengebühren gekippt. Die Fluggesellschaft hatte in den Geschäftsbedingungen ausgeschlossen, ihren Kunden Steuern und Gebühren zu erstatten, falls sie von ihrem Beförderungsvertrag zurücktreten.

Easyjet-Maschine bei der Landung - © © AirTeamImages.com - Derek Pedley

Easyjet-Maschine bei der Landung © AirTeamImages.com /Derek Pedley

Diese Posten machen einen erheblichen Anteil des Gesamtticketpreises aus und fallen nicht an, wenn der Passagier den Flug gar nicht antritt. Das Gericht wertete die Regelung als unangemessene Benachteiligung der Verbraucher und gab damit einer Klage der Wettbewerbszentrale aus Bad Homburg statt, wie eine Justizsprecherin bestätigte.

Die Airline solle keinen zusätzlichen Nutzen aus dem Rücktritt ihres Kunden ziehen, indem sie nicht angefallene Steuern und Gebühren einbehalte, sagte der Geschäftsführer der Wettbewerbszentrale, Hans-Frieder Schönheit, laut einer Mitteilung.

Die Kammer drohte Easyjet ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro für den Wiederholungsfall an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann mit einer Berufung beim Oberlandesgericht Frankfurt angegriffen werden.

Von: cs, dpa-AFX
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

  • Im Terminal am Flughafen Hamburg Hamburg will eine halbe Million von Easyjet

    Wegen mehr als 20 verspäteten Starts und Landungen im vergangenen Jahr fordert die Fluglärmschutzbeauftragte von Hamburg nun fast eine halbe Million Euro von Easyjet. Die Airline will die Vorfälle prüfen.

    Vom 02.03.2018
  • Andreas Mundt. "Verfahren nicht allein wegen Easyjet entbehrlich"

    Höhere Ticketpreise nach dem Air-Berlin-Aus: Das Bundeskartellamt nimmt Lufthansa ins Visier und beendet die Vorprüfung nun auch nicht, weil Easyjet auf einmal innerdeutsche Konkurrentin ist.

    Vom 29.01.2018
  • Passagiere am Flughafen Frankfurt. Verbrauchernahes Handeln gefragt

    Schiene, Straße, Luft (12) Die Verbraucherrechte beim Reisen sind je nach Verkehrsträger unterschiedlich ausgeprägt. Oftmals ginge es noch besser, wenn in erster Linie professionell gearbeitet würde, meint Verkehrsjournalist Thomas Rietig.

    Vom 05.01.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus