Landesregierung will potenzielle Hahn-Käufer gründlich prüfen

31.08.2016 - 11:35 0 Kommentare

Neuer Anlauf: Rheinland-Pfalz will den Airport Hahn immer noch verkaufen. Jetzt endet eine Frist. Der Flughafen verhandelt derweil über die Fortsetzung der Partnerschaft mit einer bestimmten Airline.

Schriftzug am Flughafen Hahn - © © dpa - Thomas Frey

Schriftzug am Flughafen Hahn © dpa /Thomas Frey

Das rheinland-pfälzische Innenministerium will die Interessenten für einen Kauf des Flughafens Hahn eingehend unter die Lupe nehmen. "Wir werden das Ganze nicht unter Zeitdruck machen", sagte jetzt ein Ministeriumssprecher. An diesem Donnerstag (1. September) endet um 24 Uhr die Frist für substanzielle Interessenbekundungen für den verschuldeten Hunsrück-Flughafen.

Ab 2. September prüfen die Beratungsgesellschaften KPMG und Warth & Klein Grant Thornton diese Interessenbekundungen. Das soll bis Mitte September dauern. Dann folgen laut Innenministerium Gespräche mit der Hahn-Chefetage.

Die Bieter können ihre Bewerbungen zu verbindlichen Angeboten weiterentwickeln. "Anschließend folgt die abschließende Verhandlungsphase mit dem meistbietenden Interessenten", teilte das Ministerium mit. Zu der Frage, ob der Kaufvertrag auch erst nächstes Jahr unterschrieben werden könnte, machte es keine Angaben.

© dpa, Andreas Arnold Lesen Sie auch: Diskussion um angeblichen Druck auf Beraterfirma beim Airport-Hahn-Verkauf

Bisher sollen sich 18 Interessenten für den Hunsrück-Airport gemeldet haben. Ob alle Angebote seriös sind, ist unklar. Bei dem Verkauf geht es zunächst um den 82,5-Prozent-Anteil von Rheinland-Pfalz am Flughafen, der Rest gehört Hessen, das aber auch verkaufen will. Der Verkauf an die Shanghai Yiqian Trading (SYT) im Juni war gescheitert, nachdem ein Bankbeleg mutmaßlich gefälscht ist.

Ein Investor kündigt Businessplan an

Einer der Kauf-Interessenten ist die deutsch-chinesische ADC GmbH. Sie war im ersten Bieterverfahren um den Flughafen Hahn der SYT unterlegen - bewirbt sich jetzt aber erneut. Dabei will der Konzern einen rund 90-seitigen Businessplan vorlegen. Dieser werde eng mit dem chinesischen Partner HNA abgestimmt, sagte ADC-Vertreter Siegfried Englert.

Die HNA-Gruppe ist ein milliardenschwerer chinesischer Großkonzern, der international unter anderem im Hotel- und Tourismusgeschäft sowie im Flughafenmanagement aktiv ist. "Wir müssten bis 2024 eine schwarze Null oder ein besseres Ergebnis erreichen, weil dann keine Zuschüsse mehr fließen dürfen", erklärte Englert, der auch ein ehemaliger rheinland-pfälzischer Wirtschaftsstaatssekretär ist.

Neue Luftfracht-Kundin am Hahn

Laut Flughafen-Sprecherin Hanna Koch gibt es am Airport Hahn derzeit 50 Strecken für Passagiere und mit Beginn des Winterflugplans Ende Oktober noch 40. Die Zahl der Fluggäste blieb von Januar bis einschließlich Juli mit rund 1,5 Millionen auf Vorjahresniveau.

Mit dem Platzhirsch im Passagiergeschäft, dem irischen Billigflieger Ryanair, verhandelt die Flughafengesellschaft nach Kochs Worten über eine fünfjährige Fortsetzung des gemeinsamen Vertrags. Details nennt die Sprecherin nicht. Ryanair will von Ende Oktober an auch den nur 100 Kilometer entfernten Airport Luxemburg anfliegen.

© dpa, Fredrik von Erichsen Lesen Sie auch: Airport Hahn gewinnt neue Fracht-Airline

Das Cargo-Aufkommen ging von Januar bis einschließlich Juli um 28 Prozent auf 30.700 Tonnen zurück, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Doch der Airport hat gerade eine neue Fracht-Airline als Kundin gewinnen können: Es handelt sich dabei um die lettische RAF Avia. Die Cargo-Airline hat laut Airport-Angaben zwei Maschinen am Hunsrück-Flughafen stationiert.

Von: ch, dpa
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