Landesregierung warnt vor Anteilsverkauf am Flughafen Köln/Bonn

12.12.2016 - 10:50 0 Kommentare

Der Bund würde sich gern von seinen Anteilen am Flughafen Köln/Bonn trennen. Doch die Koalition in Nordrhein-Westfalen stemmt sich dagegen. Sie sieht die weitere Entwicklung des Airports gefährdet.

Eingang zum Flughafen Köln/Bonn. - © © dpa - Maja Hitij

Eingang zum Flughafen Köln/Bonn. © dpa /Maja Hitij

Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen in Nordrhein-Westfalen warnen vor einem Verkauf der Bundesanteile am Flughafen Köln/Bonn. Falls Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) seine Absicht umsetze, hätte das negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Airports, kritisieren sie in einem gemeinsamen Antrag an den Düsseldorfer Landtag.

Die Landesregierung soll in weiteren Gesprächen mit Schäuble darauf dringen, dass er von seinem Vorhaben grundsätzlich Abstand nimmt. Darüber soll der Landtag am Donnerstag, 15. Dezember, direkt abstimmen. Über einen möglichen Verkauf der Bundesanteile am Flughafen Köln/Bonn an private Investoren oder an die anderen Gesellschafter wird bereits seit längerem diskutiert.

Maßnahmen zur Lärmminderung gefährdet

Die Luftfahrt habe zunehmend mit Akzeptanzproblemen in Bezug auf Emissionen, Lärm, Abgase oder Flächenverbrauch zu kämpfen, heißt es in dem Antrag. "Der Ausgleich von Anwohner- und Wirtschaftsinteressen kann am besten in der bewährten Verantwortungsgemeinschaft der jetzigen Gesellschafter gelingen." Ein Verkauf der Bundesanteile würde eine konfliktfreie Entwicklung des Flughafens und die damit verbundenen Maßnahmen zur Lärmminderung gefährden.

Köln/Bonn ist einer von sechs internationalen Airports in Nordrhein-Westfalen und der einzige Frachtflughafen des Landes, der rund um die Uhr offen ist. Gegenwärtig halten das Land und der Bund jeweils 30,94 Prozent an der Flughafengesellschaft, Köln 31,12 Prozent, Bonn 6,06 Prozent, der Rhein-Sieg-Kreis 0,59 und der Bergische Kreis 0,35 Prozent. Wie hoch die Bundesanteile zu bewerten sind, ist derzeit unklar und müsste erst noch ermittelt werden, berichtete unlängst der "Kölner Stadt-Anzeiger".

Von: dpa, gk
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