Landesmehrheit am Hunsrück-Flughafen Hahn steht zum Verkauf

04.07.2013 - 15:30 0 Kommentare

Von seinem Mehrheitsanteil am Flughafen Hahn würde sich Rheinland-Pfalz gern trennen. Der staatliche Regionalflughafen macht Millionenverluste. Und jetzt macht auch noch Brüssel Druck.

Ein Passagier geht auf dem Flughafen Hahn zu einem Flugzeug der Ryanair.  - © © dpa - Fredrik von Erichsen

Ein Passagier geht auf dem Flughafen Hahn zu einem Flugzeug der Ryanair. © dpa /Fredrik von Erichsen

Rheinland-Pfalz würde einem geeigneten Investor auch die Mehrheitsanteile am defizitären Hunsrück-Flughafen Hahn verkaufen. Voraussetzung sei, dass sich dessen strukturpolitische Überzeugungen mit den Ansichten der rot-grünen Landesregierung deckten, sagte Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) am Donnerstag im Mainzer Landtag.

Der ehemalige US-Fliegerhorst gehört derzeit zu 82,5 Prozent dem Land Rheinland-Pfalz und zu 17,5 Prozent Hessen. Der Standort gilt als Jobmotor: Mehr als 3.000 Menschen sind nach Angaben des Frankfurt Hahn Airports direkt am Standort beschäftigt. Insgesamt seien rund 11.000 Arbeitsplätze mit der Präsenz des Flughafens verknüpft. Ein potenzieller Investor sollte den Flughafen nicht nur dauerhaft als Infrastrukturprojekt und Arbeitgeber erhalten. Wenn möglich sollte er weitere Arbeitsplätze schaffen, beschrieb Ministeriumssprecher Christoph Gehring auf airliners.de-Nachfrage die Landesziele.

Mit Blick auf die jüngsten Pläne der EU-Kommission zu Beihilfen für regionale Flughäfen sagte Lewentz, Rheinland-Pfalz arbeite gerne an einer gemeinsamen Stellungnahme von Bund und Ländern für Brüssel mit. Nach dem Willen der EU-Kommission sollen Regionalflughäfen künftig weniger Subventionen erhalten. Nach zehn Jahren müssten sie sich selbst tragen. Einen Gesetzentwurf will Brüssel Anfang 2014 vorlegen. Davon sind auch die rheinland-pfälzischen Flughäfen Hahn und Zweibrücken betroffen.

Das Geschäftsjahr 2012 hatte der kriselnde Airport Hahn mit einem Minus von 5,7 Millionen Euro abgeschlossen. Damit hatte der Flughafen zwar sein Minus im Vergleich zum Vorjahr halbiert - das allerdings nur durch Einmaleffekte wie dem Verkauf von Grundstücken und Straßen.

Die Landesregierung hatte erst im Februar einen Nachtragshaushalt in Höhe von 215 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Schwerpunkt sind 120 Millionen Euro für den defizitären staatlichen Regionalflughafen.

Von: dpa, airliners.de
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