Lärmpausentest am Frankfurter Flughafen gestartet

23.04.2015 - 10:27 0 Kommentare

Der Probebetrieb für siebenstündige Fluglärmpausen am Flughafen Frankfurt hat begonnen. Der hessische Verkehrsminister Al-Wazir ist überzeugt: Das Projekt wird erfolgreich sein.

Eine Maschine der Lufthansa ist am Abend am Frankfurter Flughafen gelandet. - © © dpa - Frank Rumpenhorst

Eine Maschine der Lufthansa ist am Abend am Frankfurter Flughafen gelandet. © dpa /Frank Rumpenhorst

Am Frankfurter Flughafen beginnt am heutigen Donnerstag ein einjähriger Probebetrieb, der einigen Anrainerkommunen längere nächtliche Lärmpausen bringt. Durch abwechselnde Nicht-Nutzung einzelner Bahnen in den Randstunden kann das sechsstündige Nachtflugverbot an Deutschlands größtem Airport künftig um eine Stunde verlängert werden. Bislang gilt von 23 bis 5 Uhr ein Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen.

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) ist vom Erfolg des neuen Probebetriebes überzeugt. "Die Lärmpausen sind kein Nullsummenspiel", sagte er. Nach den Berechnungen der Fluglärmkommission werden abends über 100.000 Menschen eine zusätzliche Lärmpause gewinnen. "Auch unterm Strich steht ein Plus von 40.000. Ich finde: Das ist es wert, erprobt zu werden."

Lärmpausen müssen sich einspielen

"Es wird sicher an der einen oder anderen Stelle auch mal ruckeln", erklärte der Grünen-Politiker. Die Lärmpausen werden sich einspielen müssen. "Wir werden gerade zu Beginn viele Erfahrungen sammeln. Aber genau deshalb machen wir ja einen Probebetrieb."

Die Lärmpausen seien aber nur ein wichtiger Baustein der Entlastung der Region von Fluglärm. Es werde weiter an einem ganzen Bündel von zusätzlichen Maßnahmen gearbeitet, vor allem an der Einführung an einer Lärmobergrenze, kündigte Al-Wazir an. "Das ist das zentrale und wirkmächtigste Instrument zur Deckelung des Fluglärms."

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Maßnahmen gegen Fluglärm am Frankfurter Airport

Auf den Lärmpausen-Modellversuch hatte sich die hessische Landesregierung mit der Deutschen Flugsicherung, dem Flughafenbetreiber Fraport, der Lufthansa und Luftverkehrsverbänden Anfang Februar geeinigt. Das unterzeichnete Bündnispapier ist eine Absichtserklärung aller Seiten. Eine rechtliche Verpflichtung gibt es nicht. Formal muss die Landesregierung die Deutsche Flugsicherung bitten, den Flugbetrieb in Frankfurt entsprechend der Lärmpausen zu ändern.

Stichwort Lärmpause

Eine Lärmpause bedeutet nicht, dass es in dieser Zeit auch völlig ruhig sein muss. Ein normaler Schläfer soll bei gekipptem Fenster weiterschlafen können, lautet die Regelung für den Frankfurter Flughafen. Dafür werden vom Gesetz her im Innenraum stündlich maximal sechs sogenannte Schallereignisse mit einem Pegel von 43 Dezibel zugelassen. Das entspricht nach Angaben des Verkehrsministeriums etwa sechs einzelnen Anschlägen auf einer Computertastatur. Außen darf der maximale Pegel bei sechs Schallereignissen von 58 Dezibel liegen.

Von: dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Ein Passagierflugzeug fliegt über Wohnhäuser bei Flörsheim in der Nähe des Frankfurter Flughafens hinweg. Hessische Kommunen sollen weiter Fluglärm-Entschädigung bekommen

    Hessen will Kommunen weiter finanziell entschädigen, die besonders vom Lärm am Frankfurter Flughafen betroffen sind. Die Planung soll bis zum Jahr 2021 gelten. Die Mittel stammen aus den Dividendeneinnahmen des Landes für die Aktienanteile an der Fraport AG.

    Vom 27.09.2017
  • Fluglärm-Gegner. Einigung über Lärmschutz am Flughafen Frankfurt

    Die Politik einigt sich mit dem Flughafen Frankfurt und dortigen Airlines auf eine Lärmobergrenze. Kritikern ist die freiwillige Vereinbarung zu unverbindlich. Die ADV sieht den Luftverkehrsstandort Frankfurt gefährdet.

    Vom 07.11.2017
  • Hessischer Verwaltungsgerichtshof Klage gegen hessischen Lärmaktionsplan unzulässig

    Der Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat eine Klage gegen den Lärmaktionsplan in Hessen zurückgewiesen. Die Fluglärmgegnerin wollte Nachbesserungen. Jetzt könnte es beim Bundesverwaltungsgericht weitergehen.

    Vom 26.10.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Frankfurt Jobs Mehr Stellenangebote »