Lärmpausen am Frankfurter Flughafen werden zum Regelfall

30.05.2016 - 15:43 0 Kommentare

Aus dem Test wird ein Dauerzustand: Die Lärmpausen am Frankfurter Airport gehen in den Regelbetrieb. Zumindest ein Teil der Flughafenanwohner soll so längere Ruhezeiten bekommen.

Lufthansa-Flugzeug im Landeanflug am Airport Frankfurt - © © dpa - Frederik von Erichsen

Lufthansa-Flugzeug im Landeanflug am Airport Frankfurt © dpa /Frederik von Erichsen

Das Lärmpausen-Modell am Frankfurter Flughafen soll Anwohnern nun langfristig Entlastung bringen. Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) unterzeichnete am Montag im Landtag in Wiesbaden eine entsprechende Vereinbarung unter anderen mit Vertretern des Flughafen-Betreibers Fraport und der Deutschen Flugsicherung. Damit geht der bisherige Test in den Regelbetrieb über.

Das vor einem Jahr eingeführte Modell für die Betriebsrichtung West des Flughafens hat nach Ansicht Al-Wazirs gezeigt, dass die Anwohner vor allem im Süden von Frankfurt, Neu-Isenburg und dem nördlichen Teil von Offenbach entlastet werden. Der Lärm sei für Zehntausende Menschen in der Region messbar um einige Dezibel verringert und nicht nur verschoben worden, sagte er.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Maßnahmen gegen Fluglärm am Frankfurter Airport

Seit Ende April 2015 werden Starts und Landungen zwischen 22.00 Uhr und 23.00 Uhr sowie zwischen 05.00 Uhr und 06.00 Uhr, in den sogenannten "Nachtrandstunden", abwechselnd auf verschiedenen Bahnen gebündelt. Das ist allerdings nur bei Westwind möglich. Von 23.00 bis 05.00 Uhr gilt ein sechsstündiges Nachtflugverbot. Die Lärmpausen vorher und nachher sollen einigen Anwohnern eine zusätzliche Stunde Ruhe verschaffen, ohne dabei die Zahl der Flüge zu verringern.

Die Umsetzung der Lärmpause ist freiwillig, die Quote aber hoch: In der einjährigen Testphase wurde die Pause morgens zwischen 5.00 und 6.00 zu 96 Prozent eingehalten, am Abend zwischen 22.00 und 23.00 Uhr zu 92 Prozent. Die Zahl der Flüge habe indes in Folge der Lärmpausen nicht abgenommen, sagte Al-Wazir. Ziel sei es, den Lärmschutz zu stärken, ohne die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens zu gefährden.

© dpa, Lesen Sie auch: Tests für neues Anflugverfahren starten am Airport Frankfurt

"Natürlich sind die Lärmpausen kein Allheilmittel gegen den Fluglärm in der Region", sagte Al-Wazir weiter. "Aber sie sind ein wichtiger Baustein." Im kommenden Jahr solle es zudem ein zweites Maßnahmepaket zum aktiven Schallschutz geben, kündigte der Minister an.

Stichwort Lärmpause

Eine Lärmpause bedeutet nicht, dass es in dieser Zeit auch völlig ruhig sein muss. Ein normaler Schläfer soll bei gekipptem Fenster weiterschlafen können, lautet die Regelung für den Frankfurter Flughafen. Dafür werden vom Gesetz her im Innenraum stündlich maximal sechs sogenannte Schallereignisse mit einem Pegel von 43 Dezibel zugelassen. Das entspricht nach Angaben des Verkehrsministeriums etwa sechs einzelnen Anschlägen auf einer Computertastatur. Außen darf der maximale Pegel bei sechs Schallereignissen von 58 Dezibel liegen.

Von: gk, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG. Fraport-Chef Schulte reagiert auf Spohr-Vorschlag

    Lufthansa-Chef Spohr bringt als mögliche Antwort auf die Probleme im Luftverkehr eine Deckelung der Eckwerte ins Gespräch. Fraport-Chef Schulte erteilt dem eine Absage und skizziert, wann Frankfurt wie wachsen will.

    Vom 13.09.2018
  • Die Chefs der vier größten deutschen Flughäfen haben sich in einem Brief an Bundesverkehrsminister Scheuer gewandt. Airport-Chefs stellen sich gegen Lufthansa-Plan

    Vor dem Luftfahrtgipfel wenden sich die Chefs der vier größten deutschen Airports in einem Brief an den Bundeswirtschaftsminister. Die Forderung: Dem Lufthansa-Plan nach einer Slot-Reduzierung eine Absage erteilen.

    Vom 05.10.2018
  • Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Lufthansa fordert weniger Slots für vier Airports

    Lufthansa verschärft den Ton in der Diskussion um die Verspätungsproblematik und richtet einen Appell an die Bundesregierung. Experten sehen in der Forderung andere Beweggründe als offiziell angegeben.

    Vom 28.09.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus