Lärmpausen am Frankfurter Flughafen kurz vor Regelbetrieb

22.04.2016 - 09:54 0 Kommentare

Seit Ende April 2015 läuft am Frankfurter Flughafen ein Lärmpausen-Test. Für das hessische Verkehrsministerium und die Fluglärmkommission haben sie sich bewährt, demnächst soll der Regelbetrieb starten.

Eine Maschine der Lufthansa ist am Abend am Frankfurter Flughafen gelandet. - © © dpa - Frank Rumpenhorst

Eine Maschine der Lufthansa ist am Abend am Frankfurter Flughafen gelandet. © dpa /Frank Rumpenhorst

Ein Jahr nach dem Beginn des Lärmpausen-Tests am Frankfurter Flughafen laufen die Vorbereitungen für die Aufnahme des Regelbetriebs. Als Datum für den Beginn sei der 30. Mai vorgesehen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS).

Im täglichen Betrieb habe sich das Modell als zuverlässig erwiesen und insgesamt zu einer deutlichen Lärmentlastung vor allem im Süden von Frankfurt, Neu-Isenburg und dem nördlichen Teil von Offenbach geführt, teilte das hessische Verkehrsministerium mit. Ein Termin zur Unterzeichnung des erneuerten Bündnispapiers für die Lärmpausen werde derzeit abgestimmt.

Am Samstag, 23. April, jährt sich der Beginn des Probebetriebs. Seit Ende April 2015 werden Starts und Landungen zwischen 22.00 Uhr und 23.00 Uhr und zwischen 05.00 Uhr und 06.00 Uhr abwechselnd auf verschiedenen Bahnen gebündelt. Das ist allerdings nur bei Westwind möglich. Von 23.00 bis 05.00 Uhr gilt ein sechsstündiges generelles Nachtflugverbot. Die Lärmpausen vorher und nachher sollen Anwohnern eine zusätzliche Stunde Ruhe verschaffen.

Erste positive Bilanz bereits im Februar

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hatte schon im Februar eine positive Bilanz gezogen und angekündigt, den Regelbetrieb so schnell wie möglich einzuführen. "Die Lärmpausen funktionieren reibungslos, die Lärmbelastung konnte messbar gesenkt werden, und die Menschen wollen, dass wir die Lärmpausen beibehalten", sagte er nach zehn Monaten Probebetrieb.

Inzwischen hat sich auch die Fluglärmkommission dafür ausgesprochen. Das Lärmpausenmodell bringe große Entlastungen, vor allem im Frankfurter Süden und im Offenbacher Norden am späten Abend. Auch in Neu-Isenburg im Süden des Flughafens überwiegen die Entlastungen am frühen Morgen deutlich, im Süden Offenbachs hielten sich die Verbesserungen und die Verschlechterungen die Waage.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Maßnahmen gegen Fluglärm am Frankfurter Airport

Zwar wurde dort, wo Flüge morgens und abends verlegt wurden, am Boden weniger Lärm gemessen. Bei einer Befragung der Anwohner gab die überwiegende Mehrheit aber an, durch die siebenstündigen Lärmpausen keine Veränderungen im Alltag zu spüren. 71 Prozent der Befragten votierten trotzdem für eine Fortsetzung der Lärmpausen-Regelung.

Kritiker wie der hessische Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sprachen von ersten kleinen Erfolgen. Wie die Bürgerinitiativen gegen Fluglärm verlangt aber auch der BUND die Ausweitung des Nachtflugverbots von sechs auf acht Stunden.

Stichwort Lärmpause

Eine Lärmpause bedeutet nicht, dass es in dieser Zeit auch völlig ruhig sein muss. Ein normaler Schläfer soll bei gekipptem Fenster weiterschlafen können, lautet die Regelung für den Frankfurter Flughafen. Dafür werden vom Gesetz her im Innenraum stündlich maximal sechs sogenannte Schallereignisse mit einem Pegel von 43 Dezibel zugelassen. Das entspricht nach Angaben des Verkehrsministeriums etwa sechs einzelnen Anschlägen auf einer Computertastatur. Außen darf der maximale Pegel bei sechs Schallereignissen von 58 Dezibel liegen.

Von: gk, dpa
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