Die Born-Ansage (45) ( Gastautor werden )

Ein Hubschrauber-Shuttle am BER? Da kommt Freude auf

27.10.2016 - 12:29 0 Kommentare

Der Bundestagsausschuss für Verkehr hat sich aus Sicht von Kolumnist Karl Born nie konstruktiv in Sachen BER hervorgetan. Daran hat auch ein kürzlicher Baustellen-Besuch vom Ausschuss-Chef nichts geändert. Ganz im Gegenteil.

Klare Ansagen: Professor Karl Born kommentiert die aktuellsten Entwicklungen der Luftverkehrsbranche. - © © airliners.de, Karl Born -

Klare Ansagen: Professor Karl Born kommentiert die aktuellsten Entwicklungen der Luftverkehrsbranche. © airliners.de, Karl Born

Man kann nicht gerade behaupten, dass sich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und sein Vorgänger Peter Ramsauer (beide CSU) besonders um die rechtzeitige Fertigstellung des BER bemüht hätten. Wahrscheinlich wird der BER demnächst sogar noch einen dritten Verkehrsminister während seiner Bauphase erleben.

Auch der Bundestagsausschuss für Verkehr hat sich nie konstruktiv zu diesem Thema hervorgetan. Allen drei war bisher gemeinsam: Wir haben an der Verzögerung und der Baukostensteigerung keine Schuld.

Jetzt hat der Vorsitzende des Bundestagsverkehrsausschusses, ein gewisser Martin Burkert (SPD), die Immer-Noch-Baustelle besucht. Und er hat bemerkenswerte Feststellungen getroffen.

© Anestis Aslanidis, Lesen Sie auch: Verkehrsausschuss-Chef Burkert geht von BER-Eröffnung 2018 aus

"Konkret" rechne er nicht mehr mit der geplanten Eröffnung im vierten Quartal 2017. Was der Mann alles weiß. Dabei gibt es am 23. November 2017 am BER etwas zu feiern. Nein, nicht die Eröffnung - hier schreibt doch nicht der Weihnachtsmann - sondern 2000 Tage seit Nichteröffnung (bezogen auf die geplante rauschende Eröffnung am 3. Juni 2012).

Aber noch schöner ist seine zweite Feststellung. Irgendjemand muss ihm nun aus der Zeitung die Erkenntnis vorgelesen haben, dass nach Eröffnung des BER (wann auch immer), der Straßenverkehr zum und vom BER zusammenbrechen werde. Und zwar jeden Tag aufs Neue.

Die armen Staatsgäste!

So kann es nicht gehen, alles verstopft, unmöglich. Leider meinte Herr Burkert aber nicht die Tortur für Fluggäste und Flughafen-Beschäftigte. Ihn bekümmerten zuerst die Staatsgäste: Das könne ja problematisch werden, wenn diese in die Berliner City müssten. Überhaupt, sollte es einen Hubschrauber-Shuttle für Politiker geben - weil der Weg ins Regierungsviertel ja ganz schön weit und dicht befahren sei.

Hat da irgendjemand den BER kürzlich weiter nach Osten verschoben, dass diese Erkenntnis plötzlich im Gehirn eines Politikers Platz greift? Und Sonderregelungen für Politiker? Da kommt Freude beim gewöhnlichen Bürger auf. Zu den auch schon wieder steigenden Kosten für das jetzt geplante Interims-Terminal für Staatsgäste, bis das ebenfalls teurer werdende endgültige Staatsterminal fertig sein wird, hat er nichts gesagt.

Aber wirklich ganz grandios seine dritte Feststellung. Der BER "sei leider zu klein, das wissen wir heute schon". Seit Jahren weiß dies in Berlin fast jedermann, außer Flughafenchefs und Mitglieder des Flughafen-Aufsichtsrats. Schon Die Born-Ansage vom März 2015 hatte die Überschrift: "Natürlich wird der BER bei seiner Eröffnung zu klein sein."

Fazit: Herr Burkert hat wenig Ahnung von Nichts. Aber Hubschrauber fordern.

Über den Autor

In seiner Reihe "Die Born-Ansage" veröffentlicht der ehemalige Condor-Vertriebschef, Tui-Vorstand und Touristik-Honorarprofessor Karl Born auf airliners.de Kolumnen zum aktuellen Geschehen in der Luftverkehrswirtschaft.

Professor Karl BornAls Redner auf Führungskräfte- und Verbandstagungen ist Karl Born in der ganzen Welt unterwegs. Als "Querdenker der Reisebranche" für seine "Bissigen Bemerkungen" ausgezeichnet, nimmt der ehemalige Airline- und Touristikmanager auch in Sachen Luftverkehr kein Blatt vor den Mund. Kontakt

Von: Karl Born für airliners.de
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