Cargo-Kündigung vor Gericht

Die Entlassung eines Mitarbeiters von Pond Security am Flughafen Köln/Bonn beschäftigt das Arbeitsgericht. Nachdem die Kammer die Kündigung zurückgewiesen hatte, werden nun in einem zweiten Verfahren über die Hintergründe des Falls verhandelt.

Nächtlicher Frachtbetrieb am Flughafen Köln/Bonn. - © © Airport Köln/Bonn -

Nächtlicher Frachtbetrieb am Flughafen Köln/Bonn. © Airport Köln/Bonn

Ein Kündigungsfall der Sicherheitsfirma Pond Security am Airport Köln/Bonn beschäftigt aktuell das Arbeitsgericht der Domstadt. In einer ersten Entscheidung beanstandete die Kammer in der vergangenen Woche die Kündigung des langjährigen Mitarbeiters. Nun muss sich das Gericht noch einmal tiefergehend mit den vermeintlichen Hintergründen des Falls auseinandersetzen. 

Die Vorgeschichte: Der Mann ist Angestellter der Sicherheitsfirma Pond Security, die im Auftrag von Fed Ex am Airport Köln/Bonn für die Kontrolle der Zugänge und der gesamten Fracht zuständig ist. Zudem ist der Mann als Betriebsrat tätig. Fed Ex erteilte dem Pond-Mitarbeiter, der seit 15 Jahren am Airport arbeitet, Ende April Hausverbot, weil dieser sich für Betriebsratsarbeit unerlaubt vom Arbeitsplatz entfernt haben soll. 

Weitere Vorwürfe 

Ungeachtet des aktuellen Falls steht Pond Security auch wegen anderer Vorwürfe in der Kritik. So sollen bei der Gefahrgutkontrolle des Airport Köln/Bons auch Mitarbeiter ohne erforderliche Schulung für die Personalkategorie 12 zum Einsatz kommen. Das Luftfahrt-Bundesamt, das für die Einhaltung der Sicherheit am Flughafen zuständig ist, sei laut Betriebsratsangaben schon informiert.

Pond Sercurity, die dem Mann wie arbeitsrechtlich vorgeschrieben bislang 174 Stunden im Monat vergüteten - die reguläre Arbeitszeit plus Zeit für die Betriebsratstätigkeiten -, entließen den Mitarbeiter daraufhin. Das Arbeitsgericht erklärte die Kündigung vergangene Woche für ungültig, weil Pond Security aktuell weitere Stellenausschreibungen für andere Arbeitsbereiche geschaltet hat (AZ: 20 BV 172/17).

Mitarbeiter bezweifeln Arbeitgeber-Darstellung

Am Dienstag, den 14. November muss das Arbeitsgericht darüber richten, ob das von Fed Ex erteilte Hausverbot, das letztlich die Kündigung von Pond Security auslöste, rechtens war. Ein Sicherheitschef berichtete dem Arbeitgeber, dass der betroffene Mitarbeiter während der Arbeitszeit Betriebsratsarbeit erledigt hatte. Mehrere Mitarbeiter berichten airliners.de allerdings, dass ein anderer Mitarbeiter nur "im Vorbeigehen" mit dem betroffenen Betriebsrat über eine Dienstplanänderung gesprochen hat - Kameraaufzeichnungen könnten dies belegen.

Die Gewerkschaft Verdi vermutet, dass hier ein "unbequemer Mitarbeiter mundtot" gemacht werden soll. „"Pond versucht mit dieser drakonischen Repressalie, den Mann los zu werden", so Özay Tarim von Verdi. Der Mann habe sich immer wieder für die Interessen der Kollegen, eine gerechte Bezahlung sowie die Einhaltung von Arbeitsschutz- und Sicherheitsbestimmungen eingesetzt.

Als ein möglicher Hintergrund des Falls vermutet Verdi das Engagement des Betriebsrats für eine tarifvertragliche Bezahlung. Die Beschäftigten, die bei Pond Security mit der Kontrolle von Gefahrgütern betraut sind, verdienen nach Angaben der Gewerkschaft zwei Euro fünfzig pro Stunde weniger, als Luftsicherheitskontrollkräfte der beiden Konkurrenten DHL und UPS eingesetzten Mitarbeiter. Der Betriebsrat setzt sich seit langem für gleiche Bezahlung am Flughafen ein und arbeitet der Tarifkommission zu. Der Airport Köln/Bonn ist mit seinem 24-Stunden-Betrieb einer der größten Luftfrachtumschlagplätze des Landes. 

© dpa, Rene Ruprecht Lesen Sie auch: Hier wird das Gros der deutschen Luftfracht abgewickelt Beruf & Karriere

Update 15:41 Uhr: In der ursprünglichen Version des Artikels war der Termin am Arbeitsgericht Köln noch für kommenden Dienstag (7. November) angekündigt. Zwischenzeitlich hat airliners.de allerdings erfahren, dass die Verhandlung nun für den darauffolgenden Dienstag (14. November) angesetzt ist.

Von: cs

Datum: 03.11.2017 - 13:35

Adresse: http://www.airliners.de/kuendigung-gericht-luftfracht-pond-security-fed-ex-koeln-bonn/42756