Kritik an Streikdrohungen bei Air France

11.06.2018 - 15:12 0 Kommentare

Bei Air France könnte die Streikserie in der kommenden Woche fortgesetzt werden. Das wird sogar von Mitarbeitern kritisiert. Die Airline-Führung will am Donnerstag neue Vorschläge machen.

Flugzeuge von Air France. - © © AirTeamImages.com - Matthieu Douhaire

Flugzeuge von Air France. © AirTeamImages.com /Matthieu Douhaire

Die Mitarbeiter von Air France könnten in der kommenden Woche erneut in den Ausstand treten. Die Gewerkschaften veröffentlichen am Freitag einen Streikaufruf für den 23. bis 26. Juni.

Damit würde die bislang 15-tägige Streikserie fortgesetzt, die am 22. Februar begann und nach Unternehmensangaben 400 Millionen Euro kostete. Zuletzt legten die Air-France-Mitarbeiter am 8. Mai die Arbeit nieder.

Erhöhter Druck im Tarifkonflikt

Der Aufruf erfolgt, bevor die Airlineführung in dieser Woche dem Gesamtbetriebsrat neue Vorschläge vorlegen will. Wie Air France mitteilte, habe die kommissarische Verwaltungsratschefin von Air France/KLM, Anne-Marie Couderc, seit ihrer Ernennung am 15. Mai Gespräche mit den Personalvertretungen geführt, am Donnerstag werden sie zusammen mit Air-France-Chef Franck Terner "eine Reihe von praktischen Maßnahmen und Initiativen" vorstellen.

Der Streikaufruf soll offensichtlich den Druck erhöhen, im Tarifstreit ein neues Angebot vorzulegen. Er könne je nach Mitteilungen des Managements aufgehoben oder erweitert werden, erklärte das Gewerkschaftsbündnis.

Die Air-France-Gewerkschaften

Das Gewerkschaftsbündnis bei Air France besteht aus zehn Gewerkschaften: für die Piloten die SNPL, SPAF und die Alter, für die Kabinenmitarbeiter die SNPNC, die Unsa-PNC, die CFTC und die SNGAF sowie für das Bodenpersonal die CGT, die FO und die SUD.

Der gemäßigte Gewerkschaftsverband CFDT kritisierte laut Nachrichtenagentur AFP den Streikaufruf in dieser Situation. "Das bedeutet, gegen die Wand zu fahren und dabei aufs Gas zu treten, um es noch schlimmer zu machen", sagte CFDT-Chef Laurent Berger.

Der gewerkschaftskritische Verein "Tous Air France", den Airline-Mitarbeiter im Mai gegründet hatten, rief am Freitag eine Unterschriftenaktion gegen erneute Streiks ins Leben. Nach eigenen Angaben wurden bislang mehr als 4000 Unterschriften gesammelt.

© Air France, Lesen Sie auch: Finanzchef führt übergangsweise Air France/KLM

Der festgefahren Tarifkonflikt veranlasste den Chef von Air France/KLM, Jean-Marc Janaillac, Anfang Mai zum Rücktritt. Die Mitarbeiter hatten in einer Abstimmung sein letztes Tarifangebot abgelehnt. Es sah vorbehaltlich der wirtschaftlichen Ergebnisse von Air France ein Gehaltsplus von zwei Prozent für dieses Jahr und einen weiteren Anstieg von fünf Prozent für die nächsten drei Jahre vor. Die Gewerkschaften fordern allein für 2018 eine Erhöhung um 5,1 Prozent.

Von: pra
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