Kriselnder Flughafen Hahn kommt nicht aus den Turbulenzen

19.08.2013 - 10:39 0 Kommentare

Der defizitäre Flughafen Hahn kommt nicht in ruhigere Fahrwasser. Landesverkehrsminister Lewentz beschwert sich über das Streuen von Gerüchten. Ende August soll ein Rettungskonzept vorliegen.

Gangway des Flughafens Hahn - © © dpa - Fredrik von Erichsen

Gangway des Flughafens Hahn © dpa /Fredrik von Erichsen

Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) beklagt eine Verunsicherung der Belegschaft des kriselnden Hunsrück-Flughafens Hahn. «Das ist auch das bedauerliche Resultat von Gerüchten und Indiskretionen, die von interessierter Seite immer wieder öffentlich gestreut werden, auch wenn die Substanz der Angriffe gegen null geht», kritisierte Lewentz.

Ende August werde Hahn-Geschäftsführer Heinz Rethage dem Aufsichtsrat das seit langem angekündigte Sanierungskonzept vorstellen. «Wir werden manche Dinge am Hahn verändern müssen», betonte der Minister. «Aber wir werden den Weg der Veränderung mit den Beschäftigten und den Menschen in der Region gemeinsam gehen.» Für den heutigen Montag hatte Lewentz ein erneutes Treffen mit dem Hahn-Betriebsrat im Hunsrück angekündigt.

Flughafen schreibt seit Jahren rote Zahlen

Bereits im Frühjahr hatte Rethage ein Grobkonzept für die Zukunft des Flughafens vorgestellt. Das Umbauprogramm sieht beispielsweise Kooperationen mit Unternehmen aus der Landesverwaltung vor. Dazu zähle auch der Verkauf von Flughafen-Infrastruktur an den Landesbetrieb Mobilität. Zudem sollen Investitionen zunächst verschoben und Kosten gesenkt werden.

Der Flughafen, der zu 82,5 Prozent Rheinland-Pfalz und zu 17,5 Prozent Hessen gehört, schreibt seit Jahren rote Zahlen, leidet unter rückläufigen Fracht- wie Passagierzahlen und hat mehrere andere dort angesiedelte Unternehmen verloren.

Auch mit einem Stellenabbau will der angeschlagene Hunsrück-Flughafen Hahn einem Zeitungsbericht zufolge von 2017 an wieder schwarze Zahlen schreiben. Erreicht werden soll das Ziel zudem mit höheren Einnahmen aus Parkgebühren, Gastronomie und Einzelhandel sowie aus den Gebühren für Airlines, berichtet die "Allgemeine Zeitung Mainz". Sie beruft sich dabei auf ein Sanierungskonzept von Rethage.

Der Manager will demnach 28 von 378 Jobs abbauen. Durch die Zusammenarbeit etwa mit dem Landesbetrieb Mobilität sollen weitere 25 Stellen eingespart werden können. Insgesamt seien Kostenreduzierungen von 4,3 Millionen Euro im Jahr möglich, berichtet die Zeitung.

In der Zeitung hieß es zuvor bereits unter Verweis auf anonyme Mitarbeiter zum Hahn: «Es wird mit Angst und Schrecken regiert.» Hinter den Kulissen rumore es gewaltig. «Man spart den Hahn kaputt.»

Lewentz: Ganz oben auf der Prioritätenliste

Flughafensprecherin Bianca Waters wollte dazu keine Stellungnahme abgeben. Lewentz betonte, der Hahn befinde sich «ganz oben auf der Prioritätenliste der Landesregierung». Ziel sei es, ihn zukunftssicher zu machen.

CDU-Fraktionsvize Alexander Licht sprach von einem Alarmsignal in höchster Not der Mitarbeiter. Lewentz und Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) seien abgetaucht. FDP-Landeschef Volker Wissing twitterte: «Rot-grünes Dilettantenstadel am Flughafen Hahn.» Der SPD-Fraktionsvorsitzende Hendrik Hering warf dagegen der CDU vor, im Frühling mit der Ablehnung des Nachtragshaushalts für den Hahn den Flughafen im Stich gelassen zu haben.

Damals hatte die rot-grüne Koalition in Rheinland-Pfalz Finanzspritzen in Höhe von 80 Millionen Euro abgesegnet. Zusätzliche 40 Millionen Euro sollen dem Flughafen durch Umwandlung von Krediten zugutekommen.

Von: dpa, dpa-AFX, airliners.de
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