Erste Einigung zwischen Fraport und Lufthansa im Gebühren-Streit

Fraport und Lufthansa legen ihren Gebühren-Streit teilweise bei. Eine erste Einigung sieht unter anderem vor, dass der Flughafen Frankfurt im nächsten Jahr auf eine neue Entgeltordnung verzichtet.

Eine A380 der Lufthansa am Flughafen Frankfurt. Der Airport ist die Heimatbasis der Kranich-Airline. - © © AirTeamImages.com - Felix Gottwald

Eine A380 der Lufthansa am Flughafen Frankfurt. Der Airport ist die Heimatbasis der Kranich-Airline. © AirTeamImages.com /Felix Gottwald

Im Gebühren-Streit am Frankfurter Flughafen haben Lufthansa und Betreiber Fraport eine erste Einigung erzielt. Die beiden Unternehmen unterzeichneten eine Vereinbarung über kurzfristige Kostentlastungen, wie es in einer gemeinsamen Erklärung heißt.

Mit einem Bündel von Maßnahmen sollen den Angaben zufolge "die Voraussetzungen geschaffen werden, dass Lufthansa auch in den kommenden Jahren in Frankfurt weiter wachsen kann".

Unter anderem wollen die beiden Unternehmen intensiver zusammenarbeiten, zum Beispiel bei der Passagierabfertigung und der Terminalnutzung. Fraport verzichtet für 2018 zudem auf einen neuen Entgeltantrag. Damit ist im nächsten Jahr nicht mit einer Erhöhung der Start- und Landegebühren zu rechnen.

"Wichtiger Schritt in die richtige Richtung"

Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister, der die Hub-Strategie des Konzerns koordiniert, wertete die Einigung als "wichtigen Schritt in die richtige Richtung". Dies sei "der Auftakt zu weiteren Gesprächen, die eine mittel- und langfristige Intensivierung unserer Partnerschaft zum Ziel haben". Fraport-Chef Stefan Schulte erklärte, die Unternehmen hätten "eine Vielzahl von Themenfeldern identifiziert, an denen wir jetzt weiter arbeiten wollen".

Anlass des seit Monaten schwelenden Streits sind ein neues Rabatt-Modell von Fraport und vereinfachte Abläufe an Deutschlands größtem Flughafen, von denen besonders Neukunden wie der Billigflieger Ryanair profitieren. So gewährt der Flughafen Airlines seit diesem Jahr Nachlässe für die Passagierentgelte auf neu eröffneten Strecken.

Ryanair fliegt seit März ab Frankfurt und hat dort auch eine Basis eröffnet. Sie zahlt deutlich geringere Gebühren als Lufthansa. Der Premium-Carrier hatte das Vorgehen Fraports mehrfach kritisiert. So drohte Lufthansa Fraport zwischenzeitlich mit einer Klage.

Lufthansa: Frankfurt ist zu teuer

Lufthansa hatte dieselben Nachlässe für ihre Billigtochter Eurowings gefordert. Der Kranich-Konzern hatte mehrfach gedroht, weiteres Wachstum nicht mehr an ihrem Heimatflughafen stattfinden zu lassen. Jüngst traf der Konzern die Entscheidung, mehrere Langstreckenflugzeuge von Frankfurt nach München zu verlagern. Hohmeister hatte zuvor gesagt, Frankfurt sei als Drehkreuz aktuell zu teuer.

Verteilung der angebotenen Lufthansa-Sitzplatzkapazitäten an deutschen Flughäfen
Angaben in Prozent
Frankfurt 54
München 32
Berlin-Tegel 3
Hamburg 3
restliche Airports 8

Angebotene Sitzplatzkapazitäten der Lufthansa bei Flügen ab deutschen Airports. Angaben gerundet. Quelle: CH Aviation, Stand: Juli 2017

Schulte will den Billigflug-Anteil in Frankfurt kräftig ausbauen, um den Flughafen an dem wachsenden Markt teilhaben zu lassen. Auf der Hauptversammlung des Flughafenbetreibers sagte er, ein Flughafen wie Frankfurt könnte nicht dauerhaft ignorieren, wenn das Billigsegment inzwischen über 40 Prozent des europäischen Flugverkehrs ausmache. Schulte setzte sich ebenfalls noch einmal für einen schnelleren Ausbau des dritten Terminals ein.

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Dort könne zeitnah Platz für zusätzliche Fluggäste der Billigflieger entstehen. Der noch nicht beschlossene Flugsteig G könnte in Leichtbauweise bereits deutlich vor der bislang für 2023 geplanten Inbetriebnahme des Abfertigungsgebäudes separat zur Verfügung stehen. Eine Umsetzung sei "sehr wahrscheinlich".

Von: cs mit Material von dpa

Datum: 05.07.2017 - 13:01

Adresse: http://www.airliners.de/kreise-lufthansa-fraport-einigung/41744